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Das Warten hat ein Ende: Neuer Taxibus kommt

Das Warten hat ein Ende: Neuer Taxibus kommt

Bürgermeister Rolf Schumacher und Mit-Initiator Oliver Krauß stellen ihn in Gielsdorf vor

Bonn. Lange mussten die Gielsdorfer auf eine ÖPNV-Verbindung warten. "Als wir vor 40 Jahren hier gebaut haben, wurde uns eine Busverbindung in Aussicht gestellt", so Ortsvorsteher Albert Schäfer (CDU).

Besonders die älteren Bewohner können sich freuen: An diesem Sonntag nimmt der Taxibus der Linie 680 zwischen dem Gielsdorfer Wasserturm und dem Duisdorfer Schickshof als einer von zehn Bussen im Rhein-Sieg-Kreis den Betrieb auf ( der GA berichtete).

Auch Wolfgang Görlitz hatte sich 1967 dort angesiedelt, weil eine Busverbindung im Gespräch war. Passiert war nichts. "Vor zehn Jahren hatte ich eine ältere Nachbarin getroffen, die zu Fuß ihren Einkauf den Berg hinaufschleppte, weil ein Taxi zu teuer sei." Daraufhin hatte er Gespräche mit den Bonner Stadtwerken aufgenommen.

"Es hieß, da oben könne kein Bus fahren, außerdem sei kein ausreichender Bedarf für eine Busverbindung vorhanden und sie sei nicht bezahlbar." Alle drei Begründungen seien entkräftet worden: "Bei einer Probefahrt kam ein Standardbus zumindest bis zum Wasserturm", so der 75-Jährige. "Ab 1983 war die Straße ausgebaut, da hätte man schon eine Kleinbuslinie einrichten können."

Dass sich die betroffenen Bürger eine Busverbindung wünschten, sei auf einer Info-Veranstaltung zum Taxibus klar geworden: Die sei sehr gut besucht gewesen und habe sehr positive Resonanz gebracht, so Görlitz. "Einige ältere Bewohner sagten hinterher, der Taxibus sei ihre Rettung, denn jetzt könnten sie dort oben wohnen bleiben." Zuletzt hatte er auch einen kostenneutralen Finanzierungsvorschlag gemacht, dem die Stadtwerke zustimmten.

Mit seinem Engagement hatte der ehemalige Soldat viel Zuspruch erhalten, unter anderem unterstützten ihn CDU-Kreistagsmitglied Oliver Krauß (CDU) und Vize-Bürgermeister Michael Schroerlücke (Grüne). Pünktlich zum Fahrplanwechsel ist der Taxibus jetzt einsatzbereit und kann zu den normalen VRS-Tarifen genutzt werden. "Wir wollen den Taxibus zuschlagsfrei anbieten", sagt Krauß. Anders als im Kreis Euskirchen, wo die Passagiere pro Fahrt zusätzlich ein Euro (Kinder 50 Cent) zahlen.

Das geräumige Taxi fährt in der Woche stündlich, am Wochenende alle zwei Stunden, aber nur auf telefonische Anforderung. Dann sollte man die Anzahl der Mitfahrer und die Größe des Gepäcks angeben. Tiere werden nicht transportiert, mit Ausnahme von Blindenhunden. Auch Dauerbuchungen sind möglich, etwa für Kinder, die ihren Schulweg jeden Tag zur gleichen Zeit antreten. Der Bus kann unter 0 1804/15 15 15 angefordert werden, Infos auf www.alfter.de und auf www.rvk.de.

"Wir sind sehr dankbar, dass der ÖPNV in den Höhenlagen verbessert werden kann", sagte Bürgermeister Rolf Schumacher am Freitag bei der Vorstellung am Wasserturm. Der Betrieb werde dann etwa ein Jahr lang beobachtet.

Je nach Auslastung würden weitere Maßnahmen überlegt. Der Taxibus sei eine gute Anfangslösung, fand Görlitz, der am Sonntag um 9.15 Uhr zusammen mit Krauß und Schroerlücke die erste Fahrt unternehmen wird. "Wichtig ist, dass von der Höhenlage aus die Märkte berührt werden und das Zentrum Duisdorf erreichbar ist." Er wünscht sich, dass auch das Oedekovener Rathaus angefahren würde.

Die Einkäufe vom Toom-Markt müssen nicht einmal mehr selber nach Hause gebracht werden:, verkündete die stellvertretende Bürgermeisterin Ilse Niemeyer. Der Markt sei bereit, das Gekaufte auszuliefern. Dazu müsse man nur donnerstagvormittags einkaufen, nachmittags würden die Einkäufe nach Hause geliefert.