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Der Tiki-Schrank bringt Exotik in das Wohnzimmer

Der Tiki-Schrank bringt Exotik in das Wohnzimmer

Das Siegburger Stadtmuseum zeigt Meisterstücke von Tischlern aus der Region

Siegburg. (no) Ein Tiki-Schrein wird von den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands, zur Ahnenverehrung genutzt. Tischler Darius Marny hat die exotische Form in einen modernen Wohnzimmerschrank verwandelt, den er aus Eiche gezimmert hat.

Rund ist er, wie eine Litfasssäule. Der Benutzer kann die nach außen gewölbte Tür in jede Richtung drehen, um an den Stauraum zu gelangen. Die Jury der Handwerkskammer zu Köln zeichnete dieses einmalige Meisterstück mit einer Belobigung in der Kategorie "Modernes Gestalten" aus.

Insgesamt 21 Meisterstücke junger Tischler sind bis Sonntag, 19. Februar, im Stadtmuseum am Siegburger Markt zu sehen. Darunter befinden sich ganz klassische Möbelstücke wie Anrichten, Schreibtische, Geschirr- oder Büroschränke. "Diese Stücke sind Ausdrücke der Persönlichkeit eines jeden Tischlers", sagte der Präsident der Handwerkskammer, Franz-Josef Knieps, bei der Preisverleihung am Sonntagvormittag. "Jeder der zukünftigen Meister legt nicht nur sein berufliches Können in sein Werk hinein".

Den ersten Preis gewann Nils Riebel aus Köln für seinen Kofferschrank aus Nußbaum. "Eine zeitgemäße Interpretation des klassischen Überseeschrankes ist ihm gelungen", heißt es in der Begründung. Den zweiten Preis errang der Kölner Rasko Kundt mit einem futuristisch anmutenden Schreibtisch aus Kirschbaumholz, und Alexander Schmidt aus Nümbrecht konnte mit einem "Homeoffice" aus Teakholz den dritten Platz erreichen. Begründung hierzu: "Auf den ersten Blick erscheint der moderne Sekretär einfach nur funktional. Dann erschließen sich jedoch feinartige Details, die dieses Büromöbel einzigartig machen."

Jeder der Tischler war anwesend und erklärte nicht nur den Kollegen, sondern auch den Besuchern Form und Funktion seines Meisterstücks. Die alte Tradition der Tischlerinnung verlangt vom Prüfling die Anfertigung vom ersten Zeichenstrich bis zur finalen Politur.

Knieps nutzte die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung auch, um Werbung in eigener Sache zu machen. "Wir wollen hier ein Zeichen setzen gegen die Billig-Mentalität in unserer Zeit", betonte er in seiner Lobrede auf die jungen Handwerker. "Die Konsumenten sind immer mehr bereit, für Qualität auch einen angemessenen Preis zu bezahlen."

Die "Meisterstücke des Tischlerhandwerks" sind im Stadmuseum am Siegburger Markt bis Sonntag, 19. Februar, zu sehen.