Der Wegeplan bewegt am meisten

Am Info-Stand auf der Margarethenhöhe dreht sich alles um den Nationalpark

Der Wegeplan bewegt am meisten
Foto: Frank Homann

Margarethenhöhe. (qg) "Und wo bitte kann ich in Zukunft noch Rad fahren, wenn das Siebengebirge zum Nationalpark wird?" Kritisch schaut eine Mountainbikerin auf den Entwurf des Wegeplans, der in großem Format an eine Stellwand des Nationalpark-Infostands auf der Margarethenhöhe geheftet ist. Der Rhein-Sieg-Kreis bot Bürgern hier am Samstagnachmittag Gelegenheit, sämtliche Fragen rund um das viel diskutierte Thema "Nationalpark" von kompetenten Mitarbeitern beantworten zu lassen.

Christoph Schwarz zeigt der jungen Frau auf der Karte, dass sie auf 140 Kilometern Wegstrecke quer durch das Siebengebirge zum Radfahren Gelegenheit hat - wenn denn der Nationalpark mit seinem vorgesehenen Wegekonzept kommen sollte.

"Bislang darf man auf allen Wegen, die breiter sind als 2,50 Meter, Rad fahren, künftig braucht man nicht mehr nachzumessen, dann gibt es gekennzeichnete Wege", erklärt er. Die Mountainbikerin macht ein kaum begeistertes Gesicht: "Dann kann ich ja auf den schmalen Wegen gar nicht mehr fahren." Dass sie das aber sowieso noch nie durfte, ist ihr offensichtlich gar nicht bewusst.

Ganz gleich ob Radfahrer oder Fußgänger - "der Wegeplan war das Thema, das die Menschen definitiv am meisten bewegt", resümiert Pressereferentin Katja Lorenzini. Sie hatte den Info-Stand mit ihrem vierköpfigen Team am Vormittag bereits in Aegidienberg aufgebaut und dort allerhand Fragen aus der Bevölkerung beantwortet.

"Die Verunsicherung ist groß, und es kursieren viele Falsch-Informationen", sagt Lorenzini. Viele Bad Honnefer wüssten noch nicht, wie sie beim Bürgerentscheid am 27. September abstimmen werden. Der Info-Stand solle vor allem für all diese Unentschlossenen noch eine Orientierungshilfe bieten.

"Wir konnten vielen Menschen die Angst nehmen und ihnen zeigen, dass sie auch künftig noch ihren gewohnten Spaziergang auf den bekannten Wegen machen können", so Lorenzini. Fragen wurden zum Beispiel auch zum Thema Finanzierung und Artenvielfalt gestellt.

Auch mit Kritik wurde seitens der Bevölkerung nicht gespart: "Uns wird ganz häufig vorgeworfen, dass die Bürger nicht ausreichend informiert und beteiligt sind und alles hinter verschlossenen Türen stattfindet." Ein Vorwurf, den Lorenzini zurückweist: "Es gibt in ganz Deutschland kein Verfahren, in dem die Bevölkerung so beteiligt wird wie hier. Und das, obwohl hier das offizielle Verfahren ja noch gar nicht begonnen hat."

Info: Am kommenden Wochenende werden die Fachleute abermals Fragen beantworten: Samstag am Hit-Markt in Bad Honnef, Sonntag auf dem Ziepchensplatz in Rhöndorf.

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