Lösungsvorschläge: Dernau rüstet sich für Starkregen

Lösungsvorschläge : Dernau rüstet sich für Starkregen

Bis zu 70 Liter Wasser prasseln innerhalb von 40 Minuten auf jeden Quadratmeter Asphalt und die Gehwege. Ohne Vorwarnung strömen Regen- und Schlammmassen von den Steilhängen der Weinberge hinab ins Tal, Gullis sind innerhalb weniger Minuten verstopft, das Kanalnetz ist hoffnungslos überlastet.

Wasser dringt in Keller und Wohnräume, Straßen und Plätze sind überflutet und verschlammt. Starkregen ist längst nicht mehr ein "Jahrhundertereignis", sondern sucht auch die Ahrregion "alle Nase lang", wie es Dernaus Bürgermeister Alfred Sebastian formulierte, heim. In einer "Starkregenkonferenz" diskutierte der Ortschef mit Bürgern darüber, welche Präventionsmaßnahmen ergriffen werden können.

Das Interesse war groß. Immerhin ist den Dernauern noch sehr lebhaft in Erinnerung, welche Konsequenzen das Unwetter im Sommer auch für ihren Ort hatte. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, pumpte Keller leer, räumte Straßen frei. Insbesondere von den Steilhängen der Wingerte war das Wasser ins Tal gerauscht.

Unkontrolliert suchte es sich seinen Weg in den Ort, um dort Verwüstungen anzurichten. "Es gibt kaum spontane Möglichkeiten, Schäden bei den ohne Vorwarnung innerhalb von sehr kurzer Zeit herabstürzenden Niederschlagsmengen abzuwenden", meinte Sebastian. Mit kleineren Maßnahmen könnte jedoch vor derartigen Regenereignissen Vorsorge getroffen werden.

Das wild abfließende Hangwasser könne mit Hilfe kleiner Aufschüttungen und Dämme gelenkt werden, Querrinnen zur Wegeentwässerung könnten verhindern, dass Wirtschaftswege in Sturzbäche verwandelt werden. Zudem könnten die Wege in den Weinbergen Schlimmeres verhindern, wenn sie im Profil bergseitig leicht geneigt gestaltet würden.

Vorhandene Rinnen müssten von Dreck und Unrat freigehalten werden, damit das Regenwasser dort auch kanalisiert abfließen könne. An zahlreichen Beispielen machte Sebastian deutlich, dass die Rinnen oftmals mit Erdreich zugeschüttet sind und so jede Wirkung verlieren. Die Gullis im Ort müssten ständig kontrolliert und freigemacht, die Dimensionierung des Kanalnetzes überprüft werden.

Wie Verbandsbürgermeister Achim Haag mitteilte, wird genau dies derzeit untersucht. Mit hydrologischen Berechnungen wolle man feststellen, ob das aus den frühen 70er Jahren stammende Kanalnetz noch den Anforderungen der gewachsenen Gemeinde Rechnung trägt. "Wir wissen dann, wo wir nachbessern müssen", sagte Haag.

Auch in den privaten Haushalten könne einiges getan werden, um Schäden zu vermeiden. Insbesondere mit Rückstausicherungen. "Einen optimalen Schutz können wir kurz- oder mittelfristig nicht realisieren", sagte Ortsbürgermeister Alfred Sebastian. Vorsichtshalber hat die Gemeinde indes dafür gesorgt, dass die Feuerwehr noch leistungsfähigere Pumpen erhält. Denn der nächste Starkregen kommt bestimmt.