Ein Wettbewerb mit kreativem Ansatz: Die Höhen und Tiefen einer Küche

Ein Wettbewerb mit kreativem Ansatz : Die Höhen und Tiefen einer Küche

Jörg Quirbach siegt bei der ersten Ideenbörse des Kreises mit seinem barrierefreien Konzept.

Sie hatte was von „Speed-Dating“, die erste Ideenbörse des Kreises in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz und den Wirtschaftsjunioren Rhein-Ahr. Immer wenn im Römergewölbe der Winzergenossenschaft Mayschoß nach zehn Minuten die Glocke bimmelte, wanderte ein ganzer Tross von Frauen und Männern zum nächsten Stehtisch. Doch mit Punkten für „kreativer Ansatz“, „persönlicher Nutzen“ und „Vermarktbarkeit“ wurde nicht der Partner in spe bewertet, sondern die sieben jungen Unternehmen, die sich, ihre Idee und ihr Produkt bei der Premiere vorstellten.

Nach zweieinhalb Stunden Präsentation mit Laptops oder Modellen stand das Ranking auf den Bewertungsbögen der 70 Gäste, darunter Bürger, Unternehmer, Politiker oder Wirtschaftsförderer, fest. IHK-Regionalgeschäftsführer Bernd Greulich und Christian Weidenbach von der Kreiswirtschaftsförderung überreichten die Siegerurkunde an Jörg Quirbach aus Niederzissen. Sein Konzept: eine barrierefreie Küche für Menschen mit Handicap. „Wir wollen Behinderten ein Stück Freiheit zurückgeben“, so Quirbach.

Bedienung per Fernsteuerung

So bieten die Küchen nicht nur einen großen Radius für Rollstühle, sondern alle Module können per Fernbedienung in der Höhe verstellt werden. Eindrucksvoll das Video: Da fährt der Hängeschrank runter, Spüle und Herd bewegen sich nach unten oder oben. „Wenn die Küche nicht älter als zehn Jahre ist, ist ein Nachrüsten auch möglich.“ In den kommenden Tagen erhält er Besuch eines Berliner Ehepaares – er 2,06, sie 1,75 Meter groß. Beide hoffen darauf, künftig keine Kompromisse in der Küche mehr eingehen zu müssen.

„Wir haben die Blaupause zu dieser Börse aus Bonn erhalten“, so Landrat Jürgen Pföhler in der Begrüßung. „Die IHK Bonn/Rhein-Sieg, hier vertreten durch Michael Pieck, und Ralf Karabasz vom 'podium 49', bei denen ich mich für das Überlassen des Konzeptes bedanke, richtet sie seit vier Jahren aus. Seither haben dort 23 Plattformen dieser Art mit 130 Präsentationen stattgefunden.“

Dass digitales Holzspielzeug keinen Widerspruch birgt, erklärten Kerstin Rudat und Torben Bohr von „Matoi“ mit ihrem ersten Produkt „Imagno“. Magnete und Chips sind in Holzbauklötze „implantiert“, so dass das Kleinkind von heute Nostalgie mit Hightech verbinden kann. „Aus dem neunteiligen Starterset kann man Ente und Hund bauen, dazu gibt es das passende Tiergeräusch, für die nächste Altersstufe kann man zehn neue Spielsteine erwerben“, erklärt Rudat dem Schiedsrichter-Publikum.

Mit dem Smartphone im Smartphone-Eigenheim

Das „dihva Gmbh“-Team um Franz Keuler aus Ramersbach hatte sein Modell dabei, um zu veranschaulichen, was es heißt, mit dem Smartphone im „Smarthome“-Eigenheim künftig alles steuern zu können – von den Rollos über Licht und Heizung bis zum Garagentor, nach dem Motto „eine Lösung für alle Geräte“. „Wir waren schon erfolgreich auf der Cebit und der Hannover-Messe. Unser Ziel ist es, in diesem Jahr 100 Häuser mit dihva auszustatten“, so Keuler.

Aus Remagen kommt Astrid Krampe, die ihre „Ein-Frau“ Online-PR-Marketing-Firma „RheinPlus“ dem Podium vorstellte. Ihr Job ist es, die Strategien von Unternehmen in der Kommunikation mit den Kunden zu verbessern. Für verbesserungswürdig hielten Andreas van Loock und Jan Sprengnetter aus Bad Neuenahr die Situation, dass allein die 28 Millionen Facebook-Nutzer in Deutschland bislang nicht in der Lage waren, pdf-Dokumente zu teilen. Sie haben eine Drei-Schritt-Lösung erarbeitet, die, unterwww.pdfsharing.com heruntergeladen, das Hochladen und Teilen einer pdf-Datei auf Facebook, Xing und Google+ möglich macht.

"Foodsnapping" erspart umständliche Protokolle

Nach der stärkenden Pause schaute die an der Ahr wohnende und in Bonn praktizierende Ernährungspsychologin Heike Klöckner mit „Kostbahr – ganzheitliche Ernährungsberatung und -therapie“ über den Tellerrand. Sie lässt ihre Zielgruppe ihre Mahlzeiten fotografieren. „'Food Snapping' nenne ich das, das erspart die umständlichen Protokolle. Ich schau auf das Ernährungs- und das Essverhalten. Also auf das 'Was' und das 'Warum, wo wann, wie' esse ich“, berichtete Klöckner.

Aus dem Herzen sprach dann mit ihrer „LEA-Atempause“ (Lernen, Entspannen, Aufatmen) die Dedenbacher Klangtherapeutin Sigrid Hergarten. Als sie von der effizienten Arbeit mit Klangschalen und der Tiefenentspannung sprach, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren, da hätte schon mancher Juror gerne zu fortgeschrittener Stunde das Angebot der Atempause angenommen. „An- und Entspannung sind ein Geschwisterpaar. Wir müssen sie im Einklang halten, sonst gibt es Streit“, verdeutlichte Hergarten die Intention ihrer Praxisarbeit.