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Ein nostalgischer Aufruf zur Rettungsaktion

Ein nostalgischer Aufruf zur Rettungsaktion

Tag der offenen Tür im Bonner Metropol-Kino - Mehr als 12 000 Unterschriften auf der Liste

Bonn. "Hereinspaziert, hereinspaziert." Mit diesen Worten lockte ein Stelzenläufer am Samstag die Passanten aus der Fußgängerzone ins Metropol-Kino. Der nostalgische Aufruf schien passend, denn die Bürgerinitiative "Rettet das Metropol" lud zu einem Tag der offenen Tür ein, um die Bonner vom Wert des historischen Metropols zu überzeugen.

Als der Verkauf des Kinos im Dezember bekannt wurde ( der GA berichtete), schlossen sich 15 Bonner zu der Bürgerinitiative zusammen. Ziel der Initiative ist es, die geplante Umwandlung des Kinos in eine Einkaufspassage zu verhindern. Die Szenerie mag bekannt erscheinen, denn bereits in den achtziger Jahren war eine ähnliche Baumaßnahme geplant.

Doch mit Hilfe von 23 000 Unterschriften schaffte es eine entsprechende Bürgerinitiative damals, die Umgestaltung abzuwenden und das Metropol zu erhalten. Matthias Keuthen rief diese erste Bürgerinitiative ins Leben und kämpft auch heute wieder mit um das historische Kino. "Diesmal beteiligen sich sogar mehr Menschen an der Bürgerinitiative. Ich war vor allem positiv überrascht, dass sich so viele junge Leute für das Metropol einsetzen", so Keuthen.

Jetzt möchten die Mitglieder auch den Bonnern zeigen, was sie an diesem Kino haben und möglichst viele Unterschriften für dessen Erhalt sammeln. "Viele Bürger in Bonn kennen das Metropol nur als Kino. Der Theatersaal aber bietet auch alle Möglichkeiten eines Bühnen- und Vorführbetriebs", so die Sprecherin der Bürgerinitiative, Christiane Romberg.

Um das zu beweisen, traten am Samstag die Band "Astrophil und Stella" und "Fuse And" im Großen Haus auf - und zwar bei freiem Eintritt. Das Konzert war der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, bei der an jedem Samstag ein kulturelles Ereignis im Metropol stattfinden soll.

Bei den Passanten kam diese erste Rettungsaktion gut an. Viele unterschrieben spontan auf der Liste, die bereits aus mehr als 12 000 Unterschriften besteht. So auch Michael Dommermuth, der als gebürtiger Bonner besonders am Metropol hängt: "Das Kino ist gut zu erreichen, und nach dem Film gehen viele noch in den Kneipen etwas trinken. Wenn das Metropol weg wäre, würde auch die Innenstadt noch mehr veröden", sagt er.

Doch Matthias Keuthen macht klar, dass die Rettung des Kinos für ihn nicht nur aus Nostalgie wünschenswert wäre: "Es geht auch um den wirtschaftlichen Aspekt. Das Kino ist technisch auf höchstem Niveau. und das Geschäft läuft ja gut." Die Bürgerinitiative fordert deshalb die Bonner auf, mit zu kämpfen. Zum Beispiel sollen Bonner Bühnenkünstler, Schulbands oder Chöre samstags im Metropol auftreten.

Interessierte können sich bei der Bürgerinitiative unter der Rufnummer (02 28) 406 93 40 melden. Das Programm für die kommenden Samstage und weitere Informationen zur Bürgerinitiative sind im Internet unter www.rettet-das-metropol.de zu finden.