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Ein Zentrum für Jugend und Kultur in Bad Breisig

Ein Zentrum für Jugend und Kultur in Bad Breisig

Großer Bahnhof für den Bahnhof: Mit zahlreichen Gästen, Flötenklängen des "Les Trois"-Ensembles, Reden und Rundgängen eröffnete am Samstag offiziell der neue Jugend- und Kulturbahnhof Bad Breisig. Tag der offenen Tür im ehemaligen Bad Breisiger Bahnhof.

Bad Breisig. Großer Bahnhof für den Bahnhof: Mit zahlreichen Gästen, Flötenklängen des "Les Trois"-Ensembles, Reden und Rundgängen eröffnete am Samstag offiziell der neue Jugend- und Kulturbahnhof Bad Breisig.

Bereits im Dezember waren die Jugendpflegerinnen Verena Reuter und Andrea Kornrumpf einzogen. Junge Leute hatten die Räume erobert und mit einem Verzällabend der SG Bad Breisig den Ausstellungs- und Kultursaal eingeweiht. "Es hat sich gelohnt", urteilte Bürgermeister Bernd Weidenbach über die Sanierung. "Ich bin glücklich darüber und stolz darauf, dass Bad Breisig dieses Kleinod als wunderbare Plattform für die weitere Entwicklung bekommen hat." Ende 2005 hatte die Stadt die Liegenschaft für rund 70 000 Euro erworben. "So gab es den Bahnhof praktisch als Geschenk", so Weidenbach.

Sollte zunächst die Tourist-Info dort unterkommen (sie zog in den Kurpark), fiel die Umbau-Entscheidung nach intensiven Erörterungen zugunsten eines Zentrums für Jugend und Kultur. Um dessen Bestimmung nicht einzuschränken, verzichtete man auch auf den anfänglich geplanten Kiosk. Dafür gibt es demnächst einen Back-Shop in der ehemaligen Tourist-Info. Das Land Rheinland-Pfalz zog bei der Änderung mit, übernahm mit 429 000 Euro Zuschuss rund 50 Prozent der 860 000 Euro hohen Gesamtkosten.

Denkmalpflege und der Kreis Ahrweiler steuerten 10 000 Euro und 750 Euro bei. Eine marode Stützmauer und noch abzuschließende Außenarbeiten erhöhten die Kosten der Stadt um 21 000 Euro. Viel Zeit verging wegen der Änderungen, Berücksichtigung denkmalpflegerischer Forderungen und Abstimmungen mit der Bahn AG, die im Haus noch vom Zugverkehr benötigte Anlagen besitzt, bis im August 2009 die Baugenehmigung des Eisenbahnbundesamtes vorlag. Von September 2009 bis November 2010 dauerten die Umbauten.

Besonderheiten des Erdgeschosses - der erste Stock wurde nicht einbezogen - sind etwa die Abfangung der Decke über dem Ausstellungsraum mit 8,50 Metern langen Trägern, Schallschutzverglasung und eine atmungsaktive Innendämmung. Weidenbach nannte die Jugendräume (Sponsor: Maria Kerpen Stiftung) mit PC, Flachbildschirm, Kicker- und Billardtisch "einen Quantensprung zu der bisherigen Arbeit der Jugendpflege" und den repräsentativen Raum für die Kulturschaffenden, in dem Bad Breisiger Künstler Ende Januar ihre erste Ausstellung eröffnen, "eine optimale Lösung".

Landrat Jürgen Pföhler lobte den "Mut, diesen Weg zu gehen in Zeiten extremer Schwierigkeiten". Präventive Jugendarbeit sei ein wichtiges Instrument gegen gesellschaftlicheFehlentwicklungen. "Das Gebäude hat eine große Zukunft vor sich", betonte auch Jörg Kämper von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier angesichts der vielfältigen Aktivitäten, welche die gemeinschaftliche Struktur in der Stadt verbesserten. Dass der Bahnhof Gemeinschaft und Freundschaft unter den verschiedenen Kulturen und Überzeugungen stifte, dieser Hoffnung verliehen gleichfalls der katholische Pfarrer Sime Mladen Karlic und die evangelische Pfarrerin Inge Gaebel bei der gemeinsamen Einsegnung Ausdruck.

Zwei 48 und 24 Quadratmeter große Räume plus Küche stehen Sechs- bis 18-Jährigen für einen Kinder- und Jugendtreff, Ferien- und Gruppenangebote zur Verfügung. Spieltische und Sitzgruppe nehmen viel Platz ein, so dass es für Bewegungs- und Kreativangebote wohl eng wird, bezieht man nicht den für Elternabende und größere Veranstaltungen vorgesehenen Ausstellungsraum noch mit ein.

Beim Tag der offenen Tür am Sonntag genossen die Gäste Livemusik mit "UptoDate", eine Lesung von Kabarettist Hans Menzel-Severing und ein Konzert mit der Sängerin Joanna Gypser. Die Jugendlichen hatten zudem Spaß beim Kreativsein, Spielen, Kochen und Bewirten.