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Erster Spatenstich für Witterschlicker Moschee

Erster Spatenstich für Witterschlicker Moschee

Der erste Spatenstich für die neue Moschee der türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) ist gemacht.

Alfter-Witterschlick. Der erste Spatenstich für die neue Moschee der türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) ist gemacht. "Es ist selbstverständlich, dass wir das Miteinander pflegen und nicht nebeneinander leben", sagte Bekir Alboga vom Ditib-Dachverband in Köln. Deshalb griffen am Montag die muslimischen Verantwortlichen des türkischen Konsulats in Köln, des Dachverbandes und des Witterschlicker Moschee-Vereins mit Bürgermeister Rolf Schumacher und Dechant Rainald Ollig zum Spaten.

Im Vereinshaus des Turnerbundes am Witterschlicker Sportplatz, in dessen Nachbarschaft im Gewerbegebiet die Moschee errichtet wird, betonte Alboga zuvor das Interesse am Miteinander. "Damit wir besser ins Gespräch kommen, uns besser kennen lernen können, dafür bauen wir die Moschee. Beim Ditib haben wir keine geschlossenen Türen: Für Sie haben wir immer ein Glas Tee parat", sagte er vor allem in Richtung der anwesenden Deutschen.

Schumacher teilte dieses Anliegen. "Aus meiner Sicht hilft nicht das Reden über die Probleme der ganzen Welt, wir müssen uns hier vor Ort zusammenfinden und das Miteinander pflegen." Er dankte dem Vorsitzenden des Moschee-Vereins, Ali Kemal Güven, und dem Architekten Mehmet Tümce für ihre "große Offenheit und Transparenz". Er wünsche sich, dass der Umzug des Moschee-Vereins von der Nettekovener Straße in die Raiffeisenstraße "zu einem Zeichen der Integration wird".

Güven blickte auf den Entwicklungsprozess zurück, der bereits vor acht Jahren mit der Standortsuche begann. 2007 stellte der Verein den Bauantrag, der 2008 positiv beantwortet wurde. Ende 2010 erteilte der Rhein-Sieg-Kreis die Baugenehmigung, allerdings dauerte es noch bis Mai, bis auch die letzten kleinen Veränderungen in der Planung abgesegnet waren. "Wir haben 210 Mitglieder", sagte er.

"Tendenz steigend. Deshalb war eine größere Moschee nötig." Die wird laut Güven insgesamt 720 Quadratmeter groß, davon sind 300 Quadratmeter für den Gebetsraum vorgesehen. Der Bau wird eine Kuppel und ein 16 Meter hohes Minarett bekommen, außerdem werden Veranstaltungsräume eingerichtet.

Für den religiösen Rahmen der Veranstaltung waren die Imame Ibrahim Sentürk aus Bonn und Satilmis Karaca aus Siegburg gekommen. Das Minarett stehe für Einheit und Gemeinsamkeit, erklärte Zekeriya Bülbül, Attaché für Religionsangelegenheiten im türkischen Konsulat.

"Wir beten Schulter an Schulter, denn vor Gott sind wir alle gleich." Als schönen Tag für Integration, Begegnung und kulturellen Austausch bezeichnete der türkische Generalkonsul Mustafa Kemal Basa den Anlass. "Eine Moschee in diesem Land zu bauen hat die sehr schöne Botschaft, dass Türken auch Kinder von Deutschland sind." Die Moschee müsse Kultur- und Begegnungszentrum sein.