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Fichte beschädigt Grabstein auf Siegburger Friedhof

Fichte beschädigt Grabstein auf Siegburger Friedhof

Für ein gerichtliches Nachspiel gesorgt hat eine während des Sturmtiefs "Xynthia" im Februar 2010 auf dem Siegburger Nordfriedhof umgekippte Fichte.

Siegburg. (jeo) Für ein gerichtliches Nachspiel gesorgt hat eine während des Sturmtiefs "Xynthia" im Februar 2010 auf dem Siegburger Nordfriedhof umgekippte Fichte: Der Baum war auf ein Grab gefallen und hatte dort den Grabstein samt Platte verschoben.

Doch die Besitzerin des Grabes, in dem ihre Eltern beigesetzt sind, geht davon aus, dass der Baum nicht allein aufgrund des Sturms umgekippt ist. Vielmehr sei an der Fichte gut zu erkennen gewesen, dass vor "Xynthia" eine Hauptwurzel abgesägt worden war.

Deshalb klagt die Frau nun vor dem Bonner Landgericht gegen die Stadt Siegburg auf Schadensersatz. Sie fordert aufgrund einer angeblichen Pflichtverletzung 450 Euro. Dies sei die Summe, die für die professionelle Geraderichtung des beschädigten Grabsteins samt Platte benötigt werde.

Sie geht davon aus, dass die Friedhofsgärtner die Hauptwurzel des Baumes bei der Aushebung des Nachbargrabes im Oktober 2008 gekappt haben und die Standfestigkeit daher beeinträchtigt war. Dies wird von der Stadt bestritten. Wenn jemand die Fichtenwurzel abgesägt habe, dann nicht die Friedhofsgärtner, sondern ein privater Steinmetz, der bei dem ausgehobenen Grab eine neue Marmorumfassung angelegt habe.

Es wurde darauf verwiesen, dass weitere Bäume, die offenbar keine beschädigten Wurzeln hatten, durch das Sturmtief umgestürzt seien. Trotz intensiver Versuche der Zivilrichter, eine gütliche Einigung herbeizuführen, konnte kein Vergleich erzielt werden. Daher soll jetzt ein Baumsachverständiger herausfinden - anhand von Fotos, die nach dem Sturm gemacht wurden -, in wieweit die Standfestigkeit der Fichte durch die abgesägte Hauptwurzel beeinträchtigt war.