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Bürgerstiftung in Bad Honnef: Flüchtlingsfonds der Bürgerstiftung Bad Honnef fördert Integrationsprojekte

Bürgerstiftung in Bad Honnef : Flüchtlingsfonds der Bürgerstiftung Bad Honnef fördert Integrationsprojekte

Gemeinschaft schaffen - dieser Wunsch zog sich jetzt wie ein roter Faden durch eine Präsentation der Bürgerstiftung. Mit Geldern des Flüchtlingsfonds unter ihrem eigenen Dach fördert die Stiftung zunächst vier Projekte in der Flüchtlingshilfe.

Dass es dabei nicht allein darum geht, den Menschen kurzfristig nach ihrer Ankunft zu helfen, steht immer im Fokus: Es geht um den Dialog zwischen Flüchtlingen und Alteingesessenen, um ein Miteinander für gelingende Integration, so die Projektverantwortlichen. Dazu tragen viele Aktionen in der Stadt bei.

Der Flüchtlingsfonds

Im Oktober hat die Bürgerstiftung den "Fonds zur Integration von Flüchtlingen" gegründet; die Fäden dafür laufen bei Annette Stegger und Gerlind Wisskirchen zusammen. Der Fonds speist sich nicht aus Erträgen des Stiftungskapitals, sondern nur aus zweckgebundenen Spenden. Und er stieß sofort auf großes Interesse, so Dorit Schlüter, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, und Hellmuth Buhr, Vorsitzender des Stiftungsrates.

Innerhalb weniger Wochen seien 34.000 Euro eingegangen. "Das hat uns sehr positiv überrascht", sagte Buhr und zeigte sich beeindruckt von dem Engagement: "Die ganze Dimension des Themas ist mir erst jetzt richtig bewusst geworden." Auf Anträge musste der Fonds nicht lange warten, und förderwürdig sei eigentlich alles, so Stegger. Den Anfang machen nun vier Projekte, die mit insgesamt 12.000 Euro unterstützt werden.

Bad Honnef tanzt

"Wir hatten das Bedürfnis, auf die Situation zu reagieren. Und Tanz und Bewegung sind eine Sprache, mit der das besonders gelingt", berichtete Anna-Lou Masch. Seit Jahren macht sie mit ihrem Schulprojekt "Bad Honnef tanzt" Furore. Jetzt haben Masch und ihr Team das Projekt auf die Integration von Flüchtlingen ausgedehnt. Zehntklässler der Konrad-Adenauer-Schule (Kasch) und Kinder der internationalen Vorbereitungsklasse in der Kasch tanzen gemeinsam.

Für 2016 ist eine gemeinsame Vorbereitung auf das jährliche Festival in der Jugendherberge geplant. "Das Projekt entwickelt sich sehr positiv", so Masch. Freundschaften entstünden, und auch die Sprachbildung profitiere ungemein.

Hilfe für die Helfer

Den Fokus auf Helfer legt ein Projekt des Frauenzentrums, das bereits einen erfolgreichen Durchgang erlebt hat. Dabei werden die Ehrenamtlichen über Hintergründe, Symptome und Folgen von Traumatisierung informiert, so Christine Hütten und Lisa Schulte. Dabei geht es besonders um die Frage, welche Auswirkungen die Betreuung traumatisierter Menschen auf diejenigen hat, die sich ihrer annehmen. Und wie die Betreuer es nicht nur schaffen, mit Verhaltensweisen, Gefühlen und Denkweisen umzugehen, die auf traumatischen Erfahrungen basieren, sondern auch, auf sich selbst zu achten und sich vor Überforderung zu schützen.

Internationales Café Aegidienberg

Das Miteinander aller steht beim Internationalen Café in Aegidienberg im evangelischen Gemeindezentrum im Mittelpunkt, eine Initiative des Runden Tischs Asyl in Kooperation mit den beiden Kirchengemeinden. Stellvertretend berichteten der evangelische Pfarrer Stefan Bergner und Ingrid Schwermann von der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Aegidius über die Dynamik der Treffen.

Bergner: "Auch wir als Deutsche profitieren enorm. Das sind für uns nicht mehr nur die Flüchtlinge, wir kennen viele persönlich, Kontakte sind entstanden." Es entstehe Gemeinschaft, auch über Konfessionsgrenzen hinweg. Eine Chance sei auch, Asylbewerber, die schon länger hier sind, künftig als Mitarbeitende einzubinden, so Bergner mit Blick auf die kommende Flüchtlingsunterkunft in Rottbitze.

Erste-Hilfe-Kursus

Ums Mitmachen geht es auch beim Angebot der Malteser, die mit ihrem Erste-Hilfe-Kursus für Flüchtlinge ebenfalls schon in Runde zwei gehen. 16 Flüchtlinge wurden im ersten Durchgang ausgebildet und lernten so, sich und anderen zu helfen. Der tolle "Nebeneffekt", so Günther Raths, stellvertretender Stadtbeauftragter der Honnefer Malteser: Die jungen Menschen hätten eine Aufgabe gefunden, seien eingebunden und hätten in Malteser-Uniform beim Martinszug schon Verantwortung übernommen.

Raths: "Darüber hinaus sind Freundschaften entstanden." Schlüter bilanzierte für die Bürgerstiftung: "Es war uns wichtig, dass es nicht isoliert um die Flüchtlinge geht, sondern um das Miteinander. Dafür stehen alle Projekte."