Im Bürgerpark Hilfreiche Tipps und unschöne Erkenntnisse beim ersten Tag der Artenvielfalt in Unkel

Unkel · Der Verein „Gemeinsam für Vielfalt“ hat im Unkeler Bürgerpark ertsmals zu einem Tag der Artenvielfalt eingeladen. Besucher konnten viel Interessantes über die Zusammenhänge in der Natur erfahren. Aber auch mit manch einer erschreckenden Information hielten Experten nicht hinterm Berg.

Beim ersten Tag der Artenvielfalt im Bürgerpark Unkel,organisiert vom Verein „Gemeinsam für Vielfalt“, konnte Kinder und Erwachsene mehr über Insekten erfahren und warum diese so wichtig sind.

Beim ersten Tag der Artenvielfalt im Bürgerpark Unkel,organisiert vom Verein „Gemeinsam für Vielfalt“, konnte Kinder und Erwachsene mehr über Insekten erfahren und warum diese so wichtig sind.

„Jeder kann etwas tun. Deshalb starten wir den Versuchsballon Tag der Artenvielfalt“, sagt Ruth Mönikes, Mitglied im Verein „Gemeinsam für Vielfalt“ und Mitinitiatorin des ersten Tags der Artenvielfalt am Samstag in Unkel. Jeder der einen Garten, einen Balkon oder auch nur eine Fensterbank habe, könne Insekten unterstützen. Es gäbe zahlreiche Pflanzen, die angepflanzt werden und damit den Insekten als Nahrungsquelle dienen könnten.

Im Bürgerpark: Hilfreiche Tipps und unschöne Erkenntnisse beim ersten Tag der Artenvielfalt in Unkel
Foto: Frank Homann

Auch Insektentränken – kleine Schalen mit Steinen ausgelegt und mit Wasser befüllt – würden in den trockenen Sommern helfen, gab Mönikes Tipps. Neben der Honigbiene freuten sich Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und Zweiflügler wie Schwebfliegen über das zusätzliche Angebot. Insbesondere seien die, im Gegensatz zur Honigbiene, in ihrer Nahrungssuche und Lebensweise oft hochgradig spezialisierten Wildbienenarten aufgrund des immer geringer werdenden passenden Lebensraumes ohne Hecken und Wildblumenwiesen stark gefährdet.

„Das weltweite Artensterben ist eine traurige Tatsache. Die Veranstaltung soll dennoch Mut machen und zum Mitmachen beim Artenschutz vor der eigenen Haustür anregen“: Mit diesen Worten hatten die Mitglieder des Vereins „Gemeinsam für Vielfalt“ für die Veranstaltung zum Artenschutz geworben. Zahlreiche Besucher waren dem Aufruf gefolgt und erlebten vor allem einen Nachmittag, der zum Nachdenken anregte. Dafür sorgten zahlreiche Experten etwa vom Museum König in Bonn oder der Universität Koblenz sowie weitere Fachleute in Sachen Umweltschutz und Naturschutzmanagement.

Artensterben schreitet voran

Es sei wichtig, sich immer wieder den hohen Verlust der Arten bewusst zu machen, der in rasantem Tempo voranschreite. Bernhard Misof, Generaldirektor des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels und Inhaber des Lehrstuhls „Spezielle Zoologie“ an der Universität Bonn, zeichnete ein klares Bild. So zeigten sich allzu deutlich die Symptome des menschlichen Lebenswandels, der mit hohen Einbußen in bestehende Ökosysteme einhergehe. In den Meeren schwämmen über 150 Millionen Tonnen Plastik. „Das ist mehr, als es Fischbestände gibt“, so Misof. Dann sei die Methanemission zu nennen. Die hohe Zahl an Rindern beeinflusse stark die Entstehung von Methan. Die Zusammenhänge mit der Erderwärmung seien unübersehbar. „Aber es ist so bequem wegzugucken“, sagte Misof.

„Wir wollen dranbleiben und immer wieder aufklären“, betonte Mönikes. „Was ist denn nun Biodiversität“ gaben Mitarbeiter vom Museum König der Frage Raum, deren Antwort sie gerne erläuterten. So umfasse Biodiversität die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt und die Vielfalt von Ökosystemen, und zwar aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosystemen zu Land und zu Wasser. Arten seien immer ausgestorben. Heute indes gehe der Rückgang der Arten in einem hundertmal schnelleren Tempo voran. Das bedeute für den Menschen eine hohe Gefährdung der Lebensgrundlagen.

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