Rotwildring Ahrweiler tagte: Hoher Wildbestand bereitet Sorgen

Rotwildring Ahrweiler tagte : Hoher Wildbestand bereitet Sorgen

Die Jahresversammlung des Rotwildringes Ahrweiler war eine Art Abschiedsvorstellung für Kreisjagdmeister Joachim Polch.

Vor 300 Jägern würdigte Ralf Mocken das zehnjährige Engagement von Polch als Berater des Kreises, aber auch der Jäger. Dank gelte Polch nicht nur für seinen Einsatz als Mittler zwischen Kreis und Jägerschaft, „der nicht immer konfliktfrei zu bewältigen war“. Für den Kreis hob Beigeordneter Friedhelm Münch hervor, dass Polch sich besonders um die Bildung der Rotwildhegegemeinschaften Hohe Acht-Kesseling und Barweiler-Aremberg verdient gemacht habe.

Polch selbst hatte erklärt, bei der kommenden Wahl durch die Kreisjägerschaft am 15. April in Dernau als Kandidat nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Mocken appellierte daher an die Versammlung, Polchs bisherigem Stellvertreter, Stefan Schuck, die Stimme zu geben.

Kreis Ahrweiler ist eine Domäne von Hirsch und Co.

Der Kreis Ahrweiler ist trotz hoher Abschusszahlen, im vergangenen Jahr waren es mehr als 1400 Stücke Rotwild, eine Domäne von Hirsch und Co.. Darauf wies Münch hin: „Insbesondere in den Revieren des Kerngebietes (westlich des Kess), in denen nach dem jüngsten Gutachten das waldbauliche Ziel erheblich gefährdet ist, muss die vorhandene Wilddichte weiter reduziert werden.“

Zudem habe sich das Rotwild in den vergangenen Jahren immer weiter im Kreisgebiet ausgebreitet. In den betroffenen Revieren sollte eine zahlenmäßige Beschränkung angestrebt werden.

Mocken bestätigte einen teilweise „zu hohen Rotwildbestand“, erinnerte den Kreis aber auch daran, dass „nicht alle Reviere über einen Kamm geschoren werden, sondern individuell betrachtet werden müssen“.

Deutliche Reduzierung von Abschusszahlen

In Sachen Erfüllung von Abschusszahlen wies er drauf hin, dass die Jäger im Kerngebiet mit 1269 Abschüssen eine deutliche Reduzierung erreicht hätten. Diesen dankte er, denn ohne die „ständigen Bemühungen hätte das Abschussergebnis deutlich schlechter ausgesehen“. 145 Stücke Rotwild seien im sogenannten Freigebiet geschossen worden, also Areal, wo per Gesetz kein Rotwildbestand vorgehen ist und dieses „eliminiert werden muss“. Da forderte Mocken den Kreis als Untere Jagdbehörde in Person von Bern Hanke auf, „Zuwiderhandlungen auch entsprechend zu sanktionieren“. Auch wenn der Nachweis dabei sicherlich nicht einfach sei.

Die Diskussion Wald vor Wild oder Wald mit Wild wird weitergehen. Auch vor dem Hintergrund, wie die künftige Landesregierung mit jagdlichen Projekten umgeht.

Da warten die Jäger mit Spannung auf das Urteil des Koblenzer Verwaltungsgerichts, ob die Jagdabgabe an das Land verfassungswidrig ist oder nicht. Eine definitive Verbesserung für die Jäger hatte aber Friedhelm Münch im Gepäck. Mainz hat die Regelungen für den Kauf von Schalldämpfern für Jagdwaffen gelockert. „Anträge beim Kreis können alle Jäger stellen, die durch den Mündungsknall eine Gefährdung ihrer Gesundheit befürchten“, so Münch.