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Hauptversammlung des Rotwildringes: Jäger schießen gegen die Mainzer Landesregierung

Hauptversammlung des Rotwildringes : Jäger schießen gegen die Mainzer Landesregierung

International renommierter Wildbiologe wehrt sich gegen "Diffamierung des Rotwilds als Schädling": Die Jäger sind nicht gut auf die Mainzer Landesregierung zu sprechen. Das wurde einmal mehr bei der Hauptversammlung des Rotwildringes Ahrweiler-Mayen deutlich. Dazu waren rund 300 Jagdpächter und Jäger der Einladung des Vorsitzenden, Ralf Mocken, in die Kempenicher Leyberghalle gefolgt.

Schon länger gibt es Konflikte zwischen Mainz und den Jägern, so unter anderem bei der Problematik "Fütterung des Wildes in Notzeiten", die bei der Landesregierung auf wenig Gegenliebe trifft.

Treffsicher war hingegen Rotwildring-Vize Rolf Greif aus Kalenborn bei der Auswahl des Referenten des Tages. Denn mit dem international renommierten Wildbiologen Professor Reinhard Hofmann hatten sich die Jäger Schützenhilfe gegen Mainz geholt. Der Gründungsdirektor des Institutes für Wildforschung in Berlin und Doktorvater der Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai wehrte sich vehement gegen die "Diffamierung des Rotwildes durch die Forstämter als Schädling".

Harsche Kritik übte er an "wissenschaftlich völlig wertlosen Verbissgutachten" der Forstverwaltung, auf deren Grundlage Abschussvorgaben ständig nach oben getrieben würden. Auch habe das Land entgegen anderslautender Zusagen im "Positionspapier "Verantwortungsvoller Umgang mit dem Rotwild" die Jagdzeit verlängert statt verkürzt.

Hofmann: "Die im Staatsforst angewandte Jagdmethode, das im Winter ruhebedürftige Rotwild mit Hunden bei großen Treibjagden zu bejagen, ist eine unethische, ja sogar tierquälerische Aktivität und auf das Schärfste zu verurteilen." Klare Forderung Hofmanns: "Die natürlichen Bedürfnisse des Wildes müssen mehr Berücksichtigung finden." Und Abschusszahlen sollten "im Dialog mit Jägern und Experten" festgesetzt werden.