Prozessauftakt Zwei Jugendliche sollen Seniorin in Zülpich gefesselt und bedroht haben

Region · In einem nichtöffentlichen Verfahren am Bonner Landgericht geht es um den Einbruch bei einer 81-Jährigen in Zülpich. Die beiden minderjährigen Angeklagten sollen höchst unsanft mit der Rentnerin umgegangen sein.

 Vor dem Landgericht Bonn müssen sich zwei Jugendliche verantworten, die in die Wohnung einer Seniorin eingestiegen sein sollen.

Vor dem Landgericht Bonn müssen sich zwei Jugendliche verantworten, die in die Wohnung einer Seniorin eingestiegen sein sollen.

Foto: dpa/Oliver Berg

Im eigenen Zuhause Opfer eines Verbrechens zu werden, ist eine schrecklich Vorstellung. Mit einem solchen Fall befasst sich derzeit das Bonner Landgericht: Dort hat am Mittwoch ein Prozess gegen zwei 17 und 18 Jahre alte Jugendliche begonnen. Sie sollen am 16. April vergangenen Jahres gegen 22 Uhr in Zülpich in das Einfamilienhaus einer alleinstehenden 81-Jährigen eingedrungen sein, die Frau gefesselt und Wertgegenstände mitgenommen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gemeinschaftlichen schweren Raub und vorsätzliche gemeinschaftliche Körperverletzung vor. Das Verfahren findet in nicht öffentlicher Sitzung statt, weil beide Angeklagte noch minderjährig sind.

Einstieg durch das Waschküchenfenster

Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage davon aus, dass die ungebetenen Besucher durch das Fenster der Waschküche und eine anschließend aufgehebelte Kellertür ins Haus gelangt sind. Im Wohnzimmer sollen sie die Frau dann beim Fernsehen überrascht und mit Klebeband an ihren Stuhl gefesselt haben. Die Rentnerin wies die Eindringlinge auf eine bestehende Herzerkrankung hin. Was das Duo aber nicht davon abgehalten haben soll, auch den Kopf der 81-Jährigen so fest mit Klebeband zu fixieren, dass sie kaum noch Luft bekam.

Schmuck, Silberbesteck und Bargeld erbeutet

Während die beiden Jugendlichen die Wohnung durchsuchten, konnte sich das Opfer offenbar kurz befreien. Daraufhin sollen die Täter die Rentnerin erneut gefesselt und mit einem Messer bedroht haben. Letztlich verließen sie das Haus mit Schmuck, einer Münze und Silberbesteck im Wert von etwa 5000 Euro sowie weiteren 1100 Euro Bargeld. Die Rentnerin erlitt Blutergüsse und Prellungen an beiden Handgelenken und am rechten Knie sowie eine blutende Schürfwunde im Gesicht. Immerhin ließen die Jugendlichen die alte Dame nicht in ihrem hilflosen Zustand zurück, sondern lösten das Klebeband, bevor sie sich von dannen machten. An dem Verbrechen soll auch noch ein zwischenzeitlich abgeschobener Mittäter beteiligt gewesen sein. Ein Urteil wird im Juli erwartet.

Ein weiterer Prozess um den rätselhaften Überfall auf ein Rentner-Ehepaar im Zülpicher Ortsteil Füssenich im vergangenen August wurde gerade erst bis in den Sommer hinein verlängert, um weitere Zeugen hören zu können. Zwischen den beiden ähnlich anmutenden Fällen besteht allerdings keinerlei Verbindung.

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