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Zwischen Brühl und Schwadorf: Ausbau der Linie 18 sorgt für Ärger bei Fahrgästen

Zwischen Brühl und Schwadorf : Ausbau der Linie 18 sorgt für Ärger bei Fahrgästen

Der zweigleisige Ausbau zwischen Brühl Mitte und Schwadorf bringt erhebliche Verspätungen der Linie 18 mit sich. Die Fahrgäste sind verärgert.

Viele Wege führen nach Rom, keiner nach Bonn. Dieses Gefühl kommt aktuell bei Straßenbahnfahrern der Linie 18 auf. „Es ist wirklich eine Unverschämtheit“ – eine in den vergangenen Tagen nicht seltene Beschwerde von empörten Pendlern. Grund: Wegen des zweigleisigen Ausbaus der KVB-Linie 18 ist die Strecke durch einen Ersatzbus 118 unterbrochen.

Denn die aktuelle Endhaltestelle aller Bahnen der 18 aus Richtung Köln ist Brühl Mitte. Bis dorthin werden die Fahrgäste befördert, dann müssen sie den Bus nach Schwadorf nehmen. Wieder in die Straßenbahn gestiegen, geht es weiter auf der üblichen Strecke. Die Linie startet in Köln Thielenbruch beziehungsweise Buchheim und endet am Hauptbahnhof in Bonn.

Aushänge weisen darauf hin, dass Fahrten nach Bonn jeweils 15 Minuten später fahren und in die andere Richtung eine Viertelstunde früher als nach regulärem Fahrplan. Nach Auskunft von Mitarbeitern vor Ort würden sowohl Ersatzbusse als auch Bahnen auf Fahrgäste warten, auch wenn sich vorherige Fahrten etwas verspätet hätten – schließlich handelt es sich um eine Linie. Das Gegenteil war allerdings in dieser Woche Realität: Statt auf gerade ankommende Pendler im Ersatzbus der Linie 118 zu warten, setzte sich in Brühl Mitte die Bahn in Richtung Köln in Bewegung.

Laut Pressestelle der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), die die Strecke mit den Bonner Stadtwerken (SWB) betreibt, würde die Anschlusssicherung in den meisten Fällen klappen. Um Fahrgästen in Köln Pünktlichkeit und Anschlüsse zusichern zu können, „bitten wir um Verständnis dafür, dass nicht jeder verspätete Bus abgewartet werden kann“, hieß es auf Anfrage des General-Anzeigers. Auch werden laut KVB keine zusätzlichen Bahnen eingesetzt, um die Strecke zu entlasten. Das ärgert viele Fahrgäste. Vor allem, wenn sich auf alternativen Linien wie der 16 Unfälle ereignen, so wie Anfang der Woche. Dann kann die Fahrzeit anstelle der prognostizierten weiteren Viertelstunde schon einmal auf das Doppelte anwachsen.

Arbeiten sollen im August abgeschlossen werden

Manche nehmen es trotzdem mit Humor. „So entdecke ich wenigstens Mal das Brühler Hinterland“, meinte eine Reisende. Doch auch, wenn voraussichtlich Ende August die Bauarbeiten fertig gestellt sind, bleibt abzuwarten, ob die restlichen eingleisigen Streckenabschnitte die Schnelligkeit nicht weiterhin bremsen. Denn: „Das Bauprojekt ist mit der jetzigen Trennung der Linie 18 noch nicht zu Ende“, so die KVB.

Gründe für Verspätungen waren laut Pressestelle der Ausfall einer Signalanlage und einer Weiche. Des Weiteren „kann es sein, dass jetzt in den Schulferien Verstärkerfahrten vermisst werden“ und aktuell – also während der kompletten Bauarbeiten – nicht durchgeführt werden.

Wichtig ist da für Fahrgäste zu wissen, dass es in NRW die sogenannte Mobilitätsgarantie gibt. Diese ermöglicht ab einer Verspätung von mehr als 20 Minuten entsprechende Rückzahlungen für alternativ genutzte Verkehrsmittel wie ICE oder Taxi bis zu einer Höhe von 50 Euro. Weitere Informationen gibt es unter www.mobigarantie-nrw.de.

Laut KVB greift die Mobilitätsgarantie „grundsätzlich auch während der Umbaumaßnahmen.“ Allerdings sei zu beachten, „dass der gesetzliche Anspruch nicht deckungsgleich mit der weitergehenden Kulanzregelung der KVB ist.“ Sprich: Es bleibt unklar, ob am Ende getätigte Zahlungen wirklich ersetzt werden.

Fahrplanauskünfte sind unter www.kvb-koeln.de sowie über den Sprechenden Fahrplan 0 80 03/50 40 30 erhältlich. Lob und Kritik können an 0221/5471313 sowie per E-Mail an kundendialog@kvb-koeln.de gerichtet werden.