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Andrang am Gehege: Besucher äußern Kritik am Hygienekonzept des Kölner Zoos

Andrang am Gehege : Besucher äußern Kritik am Hygienekonzept des Kölner Zoos

Besucher des Kölner Zoos beschweren sich in den sozialen Netzwerken über die mangelnde Durchsetzung der Hygieneregeln. Der Zoo selbst streitet die Vorwürfe ab.

Als Sara Schönebeck am Montag im Online-Ticket-Shop des Kölner Zoos zwei Karten für sich selbst und ihren Freund reserviert, freut sie sich auf einen unterhaltsamen Tag. Zwar ist sie wegen der Corona-Pandemie etwas skeptisch in Bezug auf Menschenmengen. Durch das Onlineticketsystem, Hygieneregelungen, einer Besuchergrenze und gestaffelte Einlasszeiten des Zoos sieht sie sich jedoch ausreichend geschützt. Als sie das Zoogelände einen Tag später betritt, ist sie nach eigener Aussage erschrocken über die Menschenmassen vor Ort. Bereits nach einer halben Stunde macht sie kehrt und verlässt den Zoo. Mit ihrer Wahrnhemung ist sie nicht alleine, wie kritische Kommentare in den sozialen Medien zeigen.

„Zu Corona-Zeiten viel zu voll“ schreibt beispielsweise Alex Sippel in seiner Facebook-Rezension und ergänzt: „Überall wo die Tiere sind, sammelten sich Menschenmengen an.“ Auch Sara Schönebeck sieht das so. In einem Brief an den Zoo bemängelte sie die Durchsetzung der Maßnahmen als unzureichend. Gerade an den Gehegen, aber auch in Warteschlangen vor den teils geöffeten Tierhäusern, würde selbst das eingesetzte Sicherheitspersonal nicht ausreichend auf die Hygienevorschriften und Abstandsregeln achten. „Meiner Meinung nach ist dies für den Kölner Zoo eine Schande, so gewissenslos mit der Gesundheit seiner Besucher umzugehen“, kritisiert Schönebeck.

Der Kölner Zoo weist die Vorwürfe von sich und verweist auf die Vielzahl an getroffenen Maßnahmen und die Einhaltung aller vorgeschriebenen Regelungen. So habe man beispielsweise das Tropenhaus, Aquarium und Zoo-Restaurant geschlossen und lasse Fütterungen, Führungen, Geburtstagesfeiern und andere Veranstaltungen ausfallen. Neben dem Sicherheitspersonal vor den Tierhäusern würden zudem Lautsprecherdurchsagen auf die Einhaltung der Hygieneregeln hinweisen. Eingesetzte Patroilluien, die vor allem an den frequentierten Hotspots des Zoos wie Spielplätzen oder dem Elefantenpark unterwegs seien, sollen ebenfalls für die Sicherheit und Gesundheit der Besucher sorgen.

„Wir denken, kaum eine Institution in Köln hat sich derart große Mühe gegeben, die Vorgaben aus der Corona-Krise umzusetzen“, schreibt der Kölner Zoo in einer Antwort an Sara Schönebeck. Die beharrt auf ihrem Standpunkt: „Man konnte nicht ausweichen, keinen Abstand einhalten. Die Hygieneregeln waren faktisch nicht einzuhalten“. Ein wesentliches Problem sieht sie im Rundweg-System, welches der Zoo aufgrund der Pandemie eingeführt hat. Dieses verfehle seinen Zweck und verhindere das „Zerlaufen“ der Menschenmenge, so Schönebeck.

Der Kölner Zoo sieht die Verantwortlichkeit hier bei den Besuchern. Gegenüber dem GA erklärte ein Sprecher: „Wir sind ein Wohlfühlort. Wir halten uns strikt an die Vorgaben. In einigen Punkten sind wir aber auch auf das soziale Miteinander angewiesen. Jedem ist da selbst überlassen, ob er manchen Situationen ausweicht oder nicht“. Auch sehe man sich dadurch bestätigt, dass die Corona-Fallzahlen in Köln seit der Einführung des Hygienekonzepts am 5. Mai nicht signifikant gestiegen seien. „Unser Vorgehen funktioniert und auch wenn es vereinzelt Kritik gibt, denke ich, dass die schweigende Mehrheit das ebenso positiv sieht“, ist man sich beim Kölner Zoo sicher.