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Chempark-Explosion in Leverkusen: Entwarnung nach Analyse von Böden

Nach Chempark-Explosion : Entwarnung nach Analyse von Böden und Pflanzen in Leverkusen

Nach der verheerenden Explosion am Chemiestandort Leverkusen wurden Boden und Pflanzen auf gefährliche Rückstände untersucht. Jetzt gibt es grünes Licht vom Landesumweltamt.

Mehr als eine Wochen nach der Explosion in einer Sondermüllverbrennungsanlagen in Leverkusen hat das Landesumweltamt nach einer Untersuchung von Böden und Pflanzen Entwarnung gegeben. „Die Analysen ergaben keine relevanten Konzentrationen und keinerlei Grenzwertüberschreitungen“, teilte das Landesumweltamt Lanuv am Donnerstag in Recklinghausen mit. Die zuständigen Behörden könnten die aktuellen gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen weitgehend aufheben, heißt es in dem Bericht an die Bezirksregierung.

Bei dem Unglück am 27. Juli waren mindestens sechs Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Ein Mensch wird noch vermisst. Bereits erste Messungen nach dem Unglück in den umliegenden Wohngebieten hatten eine geringe Schadstoffbelastung ergeben. Die Messungen ergaben laut Lanuv keine auffälligen Werte an Dioxinen, PCB und Furanen.

„Obst und Gemüse ist wieder zum Verzehr freigegeben, sollten aber vor dem Verzehr gewaschen oder geschält werden“, empfahl das Landesumweltamt. Wasser aus Regentonnen solle vorsorglich in der Kanalisation entsorgt werden. Swimmingpool-Wasser solle ausgetauscht oder komplett gefiltert werden. Nach allen Säuberungsmaßnahmen könnten auch Spielplätze wieder freigegeben werden. Eine Nutzung von Futterflächen, etwa durch Weidetiere, sei wieder möglich.

Die Fachleute des Landesumweltamts hatten aus der näheren Umgebung des Brandorts Pflanzen- und Bodenproben auf über 450 verschiedene Bestandteile von Agrarchemikalien untersucht.

Der Ermittler der Polizei sind weiter mit der Aufklärung des Unglücks beschäftigt. „Der Explosionsort im engeren Sinne ist immer noch nicht begehbar“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Köln mit Verweis auf schwer einzuschätzende Gefahren. Es gebe aber ein Bergungskonzept. Außerdem sei ein Sachverständigen-Team mit Spezialisten für Brände und Explosionen eingesetzt worden.

Die Ursache für die Explosion und den Brand mit der gewaltigen Rauchwolke ist bislang noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion. Sie will herausfinden, ob menschliche Fehler zur Katastrophe führten.

Die Aufräumarbeiten gehen laut dem Chempark-Betreiber Currenta weiter. Es gebe noch massive Trümmerteile, die zum Teil ineinander verkeilt lägen, schilderte ein Sprecher. Die Einsatzkräfte würden unter anderem auch mögliche Chemikalienrückstände abpumpen. Die Einsatzkräfte würden ärztlich überwacht. Das geschehe mit Hilfe kleiner Geräte an der Kleidung. Daneben fänden Untersuchungen statt, zu denen Urinproben gehörten. Die Ergebnisse in dem Prüfprogramm zum Gesundheitsschutz der Einsatzkräfte seien bisher unauffällig.

(dpa)