Öffentlicher Nahverkehr Nahverkehrszüge im Rheinland sollen unter einheitlicher Farbgebung fahren

Köln · Aus dem Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) wird zum Jahreswechsel go.Rheinland. Damit verbunden sind mittelfristige Auswirkungen auf die Nahverkehrszüge in der Region. Das sollten ÖPNV-Nutzer wissen.

Eisenbahnnahverkehr im Rheinland: Ein Zug der Voreifelbahn auf dem Weg nach Bonn.

Eisenbahnnahverkehr im Rheinland: Ein Zug der Voreifelbahn auf dem Weg nach Bonn.

Foto: Vogel

Im Eisenbahnnahverkehr im Rheinland geht es farbenfroh zu. Es gibt weiß-gelbe Züge von Transregio, weiß-blaue Bahnen von National Express, den dreifarbigen Rhein-Ruhr-Express und natürlich die roten Züge der Deutschen Bahn.

Diese Vielfarbigkeit soll mittelfristig ein Ende haben. Nach und nach sollen die Regionalexpresse, Regionalbahnen sowie S-Bahnen einheitlich eine violett-grüne Farbgestaltung bekommen – unabhängig davon, welches Verkehrsunternehmen eine Verbindung betreibt. Dies ist Teil einer Neukonzeptionierung des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR). Dieser wurde 2008 vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und dem Aachener Verkehrsverbund (AVV) gegründet, um den Schienenpersonennahverkehr im südlichen NRW zu planen, zu organisieren und zu finanzieren.

Neue Dachmarke für größere Bekanntheit

Zum Jahreswechsel wird aus dem NVR nun go.Rheinland. Unter dieser Dachmarke, mit violett-grünem Logo, wollen VRS und AVV eine Marke für den Eisenbahnnahverkehr im Rheinland schaffen, um letztlich mehr Menschen dazu zu bewegen, vom Auto auf die Schiene zu wechseln. Der neue Name solle „zukunftsgerichtet sein“ und „für Aufbruch stehen“, sagte VRS-Geschäftsführer Michael Vogel am Donnerstag in Köln. Eine Marktforschung habe ergeben, dass NVR als Dachmarke ziemlich unbekannt sei. Die neue Marke solle „frischer und attraktiver“ nach außen wirken, so Vogel.

Bis erste Züge in der neuen Gestaltung durchs Rheinland fahren, wird es noch dauern. Umgestaltet werden die Linien dann, wenn aktuelle Betreiberverträge auslaufen und Verbindungen neu vergeben werden. Beispielsweise endet der Vertrag zwischen NVR und Deutscher Bahn zum Betrieb der Voreifelbahn erst im Jahr 2033.

Vorbereitung auf das Deutschlandticket

Unter der Marke go.Rheinland soll es dann auch Ticketautomaten geben. Das hat laut Vogel damit zu tun, dass zum Betrieb von Bahnstrecken nur noch sogenannte Bruttoverträge ausgeschrieben werden. Das bedeutet, dass das jeweilige Verkehrsunternehmen nur noch den eigentlichen Fahrbetrieb übernimmt und mit dem Zweckverband abrechnet. Dieser ist dann für den Ticketverkauf verantwortlich. Für die ÖPNV-Nutzer ändert sich dadurch im Prinzip nichts.

Mit der Einführung von go.Rheinland als neuer Dachmarke werden VRS und AVV als Verkehrs- und Tarifverbünde nicht aufhören zu existieren. Schließlich ist der Zweckverband nur für den Eisenbahnnahverkehr zuständig und nicht für das gesamte Nahverkehrssystem. VRS und AVV kümmern sich derzeit um die technischen und vertrieblichen Voraussetzungen für das Deutschlandticket. Sollte das bundesweit gültige Nahverkehrsticket zum 1. April 2023 kommen, werde man vorbereitet sein, hieß es von Vogel und AVV-Geschäftsführer Hans-Peter Geulen.