Karnevalsparty in Bonn Die Toten Hosen spielen Überraschungskonzert am Flughafen Köln/Bonn

Bonn/Köln · Mit dieser Überraschung hatte wohl keiner der Jecken gerechnet: Bei der Karnevalsparty von Team Rhythmusgymnastik am Flughafen Köln/Bonn sind am Samstag die Toten Hosen aufgetreten – ein Konzert, das streng geheim in Bonn geplant wurde.

Traten als Überraschung in Köln auf: Die Toten Hosen mit Frontmann Campino. (Archivbild)

Traten als Überraschung in Köln auf: Die Toten Hosen mit Frontmann Campino. (Archivbild)

Foto: Henning Kaiser/Archiv

Als Kölner zusammen mit Düsseldorfern feiern? Unmöglich! Oder etwa doch nicht? Im Karneval scheint die alte Rivalität zwischen den beiden Rheinmetropolen allmählich zu bröckeln - auch mit tatkräftiger Unterstützung der Toten Hosen. Denn die Düsseldorfer trauten sich jetzt ganz offiziell in die Domstadt, wo sie am Karnevalssamstag am Flughafen Köln/Bonn im Rahmen der Party Karnevalsport 2024 des Kölner Team Rhythmusgymnastik ein Überraschungskonzert spielten und den Kölner Jecken ordentlich einheizten.

„Wir kommen in Frieden! Fünf Düsseldorfer in Köln: Helau und Alaaf!“, schrieb die Band nach ihrem Auftritt in einem Facebook- und Instagram-Post. Und weiter: „Es war herrlich bei euch! Jetzt wird gefeiert…“. Auf einem Foto in dem Post sind die Düsseldorfer um Frontsänger Campino in bunten Hippie-Outfits zu sehen.

Und die Kölner Jecken? Die zeigten sich begeistert von der närrisch-rheinischen Völkerverständigung: „Düsseldorf und Köln können doch etwas zusammen machen“, kommentierte ein User bei Facebook. Und ein anderer schrieb: „Ihr hab Köln heute sehr glücklich gemacht!!!! Helaaf.“

Streng geheime Planung in Bonn

Der Bonner Sandro Heinemann ist mit der Agentur Rheinevents beim Karnevalssport in diesem Jahr das erste Mal für die Organisation vor Ort zuständig. In diesem Jahr fand die Veranstaltung das erste Mal am Flughafen Köln/Bonn statt, zuvor war der Austragungsort das Dumont-Festzelt. „Wir waren sehr glücklich, dass der Flughafen an dieser spannenden Idee interessiert war“, sagt Heinemann. Das Programm hält Team Rhythmusgymnastik jedes Jahr streng geheim, „das gehört zum Konzept“, so der Bonner. Traditionell ist das Programm auch gespickt mit Künstlerinnen und Künstlern, die nicht direkt dem Karneval zuzuordnen sind.

Erst am selben Tag erfuhr Heinemann, dass tatsächlich die Toten Hosen kommen sollten. Die Band wurde in einem Wagen mit verdunkelten Fenstern zum Austragungsort gebracht und über den Backstagebereich „eingeschleust“. Der Hip Hopper Marteria ist ein fester Bestandteil des Events. Am Karnevalssamstag war er derjenige, der die Altpunker in Form eines Sprechgesang-Gedichtes ankündigte: „Die Leute wollten das wahrscheinlich gar nicht glauben“, so Heinemann, „und dann kam Campino verkleidet raus und man hat ihn erst kaum erkannt.“

Was folgte, war ein etwa halbstündiger Auftritt, der eine Symbiose zwischen Düsseldorf und Köln verstärken könnte. Campino sprach laut Heinemann davon, dass wir in Deutschland derzeit andere Sorgen hätten – nun müssten wir zusammenhalten. „Es war ein Wahnsinnsauftritt“, berichtet der Eventmanager.

Närrisch-rheinische Völkerverständigung

Schon in der Vergangenheit hatten die Hosen ihre Liebe zum Karneval gezeigt. So fuhren sie zuletzt 2018 beim Düsseldorfer Rosenmontagszug auf einem Wagen mit und schmetterten von dort ihre Hits den Fans entgegen. Zum ersten Mal war die Band 1996 mit einem eigenen Wagen dabei.

Beim Überraschungsauftritt in Köln am Samstag hatten die Hosen unter anderem ihre Klassiker „Tage wie diese“ und „Wünsch dir was“ im Gepäck dabei. Sehr zur Überraschung zeigten sich Campino und Co. aber auch richtig jeck - und performten den Karnevalskracher „Mer losse d’r Dom en Kölle“ der Kölner Band „Bläck Fööss“. Zum Ausgleich gab es aber auch das „Altbier-Lied“ für alle Fans aus der Landeshauptstadt. Spätestens da zeigte sich: Düsseldorf und Köln passen eben doch gut zusammen. Zumindest im Karneval.

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