Mysterienspiele in Meckenheim Ein Stück über Toleranz und Nächstenliebe

MECKENHEIM-LÜFTELBERG · Bei der Festspielwoche des Theatervereins „Lüfthildis Mysterienspiele“ wird das Schauspiel „Spiegelbilder“ aufgeführt. Es thematisiert die Lebensgeschichten der Heiligen Elisabeth, Don Boscos und Adolph Kolpings.

 Lüfthildis Mysterienspiele: Charlott von Jordans spielt Elisabeth von Thüringen und Nils Winkler ihren Mann Landgraf Ludwig von Thüringen...

Lüfthildis Mysterienspiele: Charlott von Jordans spielt Elisabeth von Thüringen und Nils Winkler ihren Mann Landgraf Ludwig von Thüringen...

Foto: Roland Kohls

Drei Lebensgeschichten, drei Stücke, eine Botschaft: Es sind dieselben Werte, für die die Heilige Elisabeth von Thüringen, Don Bosco und Adolph Kolping stehen. Darüber sind sich Monika Döhnert, Willi-Josef Wild und Uwe Kolbitz vom Lüftelberger Theaterverein Lüfthildis Mysterienspiele e.V. einig. Die soziale Komponente und die Wertschätzung, die Elisabeth, Don Bosco und Adolph Kolping anderen entgegenbringen, sei das, was die drei Figuren miteinander verbindet – angesichts der Flüchtlingssituation ein ganz aktuelles Thema, findet Pressesprecher Kolbitz.

Auf der Basis dreier Stücke, die in der mittelalterlichen Form der Mysterienspiele vom Autor Kurt Faßbender verfasst wurden, hat die Theatergruppe ihr diesjähriges Projekt „Spiegelbilder“ entwickelt. Drei große Spiegel dominieren bei den Proben und Aufführungen den Altarraum der Lüftelberger Kirche. Darin reflektieren sollen sich auch die Kirchenbänke mit den Besuchern. So halten die Schauspieler ihren Zuschauern einen Spiegel vor, in dem diese ihr eigenes Handeln sehen können.

Das Gute im Menschen zu sehen, das ist laut Faßbender-Stück dem „modernen Heiligen“ Don Bosco (1815 bis 1888) gelungen. Der Sohn italienischer Bauern, der sich zum Priester berufen fühlte, hat sich vor allem um benachteiligte Jugendliche verdient gemacht und den Salesianer-Orden gegründet.

Insbesondere um Arme und Kranke gekümmert hat sich Elisabeth von Thüringen (1207-1231). „Sie schenkte Arbeit. Sie ließ Brücken bauen, neue Straßen, schenkte Werkzeug, ein Recht auf Selbstbewusstsein und auf Lohn“, lässt Faßbender in seinem Stück die Magd Guda über ihre Herrin sagen. Nach ihrem frühen Tod ließ die thüringische Landgräfin ihren Besitz an die Armen verteilen.

Toleranz und Nächstenliebe habe der Kölner Kaplan und Begründer des Kolpingwerkes, Adolph Kolping (1813-1865), gelehrt, heißt es bei Faßbender.

Im Stück „Spiegelbilder“ werden Don Bosco von Nikolaus Weiler, Elisabeth von Thüringen von Charlott von Jordans und Adolph Kolping von Markus Schmitz verkörpert. Insgesamt etwa 30 Rollen mussten besetzt werden, berichten Wild und Döhnert, die gemeinsam Regie führen. Auch neue Schauspieler konnten für das Projekt gewonnen werden. So gehören die Geschwister Philipp (12) und Franziska (11) zum ersten Mal zum Ensemble. Sie seien gefragt worden, ob sie mitmachen wollen, und das Schauspielern mache Spaß, sagt Franziska. Großes Talent bescheinigt Monika Döhnert der Elfjährigen. In kürzester Zeit habe sie den Text gelernt. Aus Mangel an Mitspielern im Erwachsenenalter schlüpft Franziska zudem in die Rolle einer erwachsenen Frau und macht das laut Döhnerts Aussage sehr gut.

Obwohl im Februar dieses Jahres der Gründer des Theatervereins und Stückeautor Kurt Faßbender gestorben ist, habe ans Aufhören niemand gedacht, erklären die Theaterleute. Sie wollen mit ihren Aufführungen alljährlich zur Festoktav der Heiligen Lüfthildis die Wallfahrtstradition in Lüftelberg aufrechterhalten.

Die Vorstellungen finden in der Kirche Sankt Petrus Lüftelberg statt. Termine: Donnerstag, 26. Mai, 17 Uhr, Samstag, 28. Mai, 18 Uhr, Sonntag, 29. Mai, 17 Uhr, Samstag, 4. Juni, 18 Uhr und Sonntag, 5. Juni, um 17 Uhr. Karten können im Vorverkauf jeweils zwischen 17 und 19 Uhr vorbestellt werden, 0 22 25/1 79 78. www.mysterienspiele.de