Dat is Rheinisch Et kütt wie et kütt

Rheinland · Der General-Anzeiger stellt jede Woche eine rheinische Redensart vor und erläutert Bedeutung, Anwendung und Herkunft. Diesmal: Et kütt wie et kütt!

Es kommt wie es kommt!

Es kommt wie es kommt!

Foto: GA-Grafik

Es besitzt eine unerhörte Plausibilität und Relevanz, deshalb haben wir es gelegentlich schon thematisiert. Hier und heute müssen wir es erneut und vertieft tun, denn was uns verkehrstechnisch aktuell im Bonner Raum blüht, sucht Seinesgleichen.

Wichtigste Straßen gesperrt, Hauptschienenrouten unterbrochen – wie will man da von A nach B kommen? Und das über Tage, ja Wochen. Die Nerven liegen blank. Da braucht man seelisch alles, was Stärkung ist. Ja, wir müssen zum Äußersten greifen. Wir brauchen eine verschärfte Anleitung zur Gelassenheit. Da muss das rheinische Zen her.

Rheinisches Zen hilft

Wir sprechen – na klar – vom rheinischen Grundgesetz: Am ehesten hilft uns dieser Tage, in denen wir mutmaßlich viel Wartezeit im wie auch immer gearteten Stau verbringen, die Einsicht: „Et kütt wie et kütt“. Zu gut Hochdeutsch: Es kommt wie es kommt! Man kann es nicht ändern. Nimm es hin, wie es vor Dir liegt!

Und wenn es einmal da ist, gilt: Et es wie et es! (Es ist wie es ist). Im weiteren Fortgang gönnen wir uns ein bisschen Optimismus und sagen. „Et hätt noch emmer joot jejange“ (es ist noch immer gut gegangen).

Am Ende drüber lachen

Wenn wir in diesem bewusstseinsbildenden Prozess dennoch etwas verlieren, dann gelten alle folgenden Paragrafen des rheinischen Grundgesetzes: Wat fott es, es fott (was weg ist, ist weg); Et bliev nix wie et wor (nichts bleibt wie es war); Kenne mer net, bruche mer nit, fott domet (kennen wir nicht, brauchen wir nicht, weg damit); Wat wellste maache? (was willst du machen); Maach et joot, ävver nit zo off; Wat soll dä Kwatsch?; Drinkste ene met? und Do laachste disch kapott! Finito.

Rheinische Göttlichkeit?

Ende gut, alles gut, könnte man sagen. Ein Happy End hilft uns allen weiter. Aber im Ernst: die elf Paragrafen des rheinischen Grundgesetzes hat dereinst der Rheinland-Erklärer Konrad Beikircher extrahiert und aufgezeichnet. Sie sind so auf den Punkt verfasst, dass der gottesfürchtige Katholik fragen könnte, ob es tatsächlich Konrad Beikirchers kreative Leistung war oder ob sich durch ihn nur die rheinische Göttlichkeit eine Stimme gegeben hat.

Jedenfalls ist es inzwischen zum Gemeingut geworden und hilft uns durch schwere Zeiten. Aktuell können wir das gut gebrauchen.

Mehr über den rheinischen Dialekt hören Sie in unserem GA-Podcast „So geht Rheinisch“ auf allen Podcastplattformen. Mit dabei: Konrad Beikircher, Gerd Köster und Annegret vom Wochenmarkt.

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