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Prozess vor dem Schwurgericht Bonn: Euskirchener wegen Messerattacke aus Eifersucht angeklagt

Prozess vor dem Schwurgericht Bonn : Euskirchener wegen Messerattacke aus Eifersucht angeklagt

Ein Euskirchener soll seine Partnerin mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Die Töchter mussten die Tat mitansehen. Nun landet der Mann vor dem Schwurgericht - und das nicht zum ersten Mal.

Es gehört schon einiges dazu, um gleich zweimal in seinem Leben vor einem Schwurgericht zu landen. Einem 45-jährigen Euskirchener ist aber genau das gelungen: Voraussichtlich Mitte November muss sich der einschlägig wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vorbestrafte Mann erneut vor der 4. Großen Strafkammer am Bonner Landgericht verantworten – diesmal sogar wegen versuchten Mordes.

Die nun zur Anklage gelangte Tat soll sich am 11. Mai dieses Jahres in der gemeinsam von der Lebensgefährtin des Angeklagten, deren minderjähriger Tochter und ihm selbst bewohnten Wohnung am Eifelring ereignet haben. Offenbar war es bereits am Nachmittag zu Streitigkeiten zwischen dem Paar gekommen. Daraufhin hatte sich die Frau mit ihrer älteren Tochter, die nicht mehr bei ihrer Mutter wohnte, in der Stadt getroffen.

Die beiden Töchter griffen noch ein

Kurz nachdem die beiden Frauen gemeinsam in der mütterlichen Wohnung eintrafen, kehrte offenbar auch der mittlerweile deutlich alkoholisierte Lebensgefährte nach Hause zurück. Im Verlauf der nun folgenden Wiederaufnahme des Streits soll der 45-Jährige seine Partnerin derart stark geschubst haben, dass sie auf den Boden fiel wo sie rücklings liegen blieb.

Nun soll der Mann die Frau mit der linken Hand auf deren Brustkorb am Boden fixiert haben, während er ihr mit der rechten Hand die Kehle aufschlitzte. Dazu soll er sich zuvor ein Küchenmesser mit einer langen Klinge gegriffen haben. Das Opfer erlitt Schnittverletzungen auf beiden Seiten des Halses, offenbar war auch die Luftröhre in Mitleidenschaft gezogen worden.

Durch die Schreie waren die beiden Töchter, die sich während des der Tat vorausgehenden Streits offenbar ins Zimmer des jüngeren Mädchens zurückgezogen hatten, alarmiert worden und herbeigeeilt.

Weil sie den Arm des Täters festhalten konnten, gelang es ihrer Mutter offenbar, zur Wohnungstür zu kriechen und ins Treppenhaus zu flüchten. Nach notärztlicher Versorgung wurde die 49-Jährige in eine Bonner Klinik gebracht. Der Angeklagte wurde noch an Ort und Stelle festgenommen.

Weil die Tat aus Eifersucht geschehen sein soll, laute die Anklage dieses Mal auf versuchten Mord. Mit dem Tatmotiv wäre das Mordmerkmal niedriger Beweggründe erfüllt. Die erste Verurteilung datiert aus dem Jahr 2006. Damals verhängte die Strafkammer eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Diesmal droht dem Mann mehr.