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Falsche Polizisten: Nach Festnahmen in Izmir: Bezüge bis nach Bonn und Köln

Auch in Köln und Bonn tätig : Falsche Polizisten in der Türkei festgenommen

Die Polizei hat in der vergangenen Woche in der Türkei sogenannte falsche Polizeibeamte festgenommen, die in großem Stil Senioren in Deutschland betrogen haben sollen. Jetzt berichtet die Polizei, dass Ermittler Verbindungen bis nach Köln und Bonn gefunden haben.

Nach der Schließung mehrerer Callcenter im türkischen Izmir und der Festnahme sogenannter falscher Polizisten, die in großem Stil Senioren in Deutschland betrogen haben sollen, gibt es jetzt auch Bezüge nach Köln und Bonn. Wie die Polizei berichtet, haben Ermittler unter den am 3. Dezember festgenommenen Tatverdächtigen zwei Hintermänner in Köln ansässiger Abholer erkannt. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um zwei 30 und 27 Jahre alte Männer aus Bremen.

Für diese beiden Männer sollen vier in Köln-Kalk lebende Iraker im Alter von 21 bis 23 Jahren tätig gewesen sein, die für Betrugstaten in Köln, Leverkusen, Bonn, Gevelsberg, Neuss, Heidelberg und Mönchengladbach verantwortlich sein sollen. Das Landgericht Köln verurteilte die Männer zu Haftstrafen. Die Gruppe habe Geld und Edelmetall im Wert von mehr als 700.000 Euro erbeutet. Von der Beute fehle bis heute jede Spur. Wie die Polizei berichtet, sind an dem Wochenende nach dem Schlag gegen die türkischen Callcenter keine Hinweise zu Anrufen „falscher Beamter“ mehr eingegangen. Vorher habe es in Köln und Leverkusen im Schnitt 30 solcher Anrufe pro Tag gegeben.

Den Opfern wird bei diesen Betrügereien am Telefon vorgetäuscht, dass die Polizei anrufen würde. Weil man vermeintlich eine Einbrecherbande geschnappt habe, welche die Daten der Opfer mit sich führte, werden die Seniorinnen und Senioren dazu veranlasst, ihre Wertsachen an angebliche verdeckten Ermittler zu übergeben.

(afp/ga)