Nach zehn Jahren Flughafen Köln/Bonn darf Vorfeld wieder nutzen

Bonn · Zehn Jahre hat der Flughafen Köln/Bonn das Vorfeld A nicht mehr nutzen dürfen, nachdem das Bundesverwaltungsgericht dies untersagt hatte. Jetzt hat das Haus von NRW-Verkehrs- und Umweltminister Oliver Krischer einen Planfeststellungsbeschluss zugestellt. Darum geht es.

Erstmals gibt es einen Planfeststellungsbeschluss für Ausbauten am Flughafen Köln/Bonn.

Erstmals gibt es einen Planfeststellungsbeschluss für Ausbauten am Flughafen Köln/Bonn.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Der Flughafen Köln/Bonn darf aufgrund eines Planfeststellungsbeschlusses nach mehrjähriger Unterbrechung wieder Flugzeuge auf dem Vorfeld A abstellen. Das teilte der Flughafen am Mittwochabend mit. Damit geht ein sieben Jahre dauerndes Verfahren zu Ende, das das Unternehmen 2016 bezüglich einiger Anbauten und neuer Gebäude eingeleitet hatte. Dabei ging es auch um eine betonierte Teilfläche zum Abstellen von Flugzeugen, die 2007 behördlich zugelassen worden war. Deren Nutzung hatte das Bundesverwaltungsgericht 2014 vorerst untersagt. Geklagt hatte damals die Lärmschutzgemeinschaft (LSG) Flughafen Köln/Bonn.

Sicherung von Arbeitsplätzen

Flughafenchef Thilo Schmid begrüßte die Entscheidung, weil er Planungssicherheit schaffe: „Der Planfeststellungsbeschluss sichert zusätzlich die verbindliche Grundlage für die weitere positive Entwicklung des Standortes und schafft Planungssicherheit. Dies ist für den Flughafen, aber auch seine Partner und die hier angesiedelten Unternehmen von zentraler Bedeutung und sichert langfristig Arbeitsplätze.“

Mit dem Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren hatte der Flughafen unter anderem Gutachten zum Lärm-, Licht- und Artenschutz sowie eine Umweltverträglichkeitsstudie und wissenschaftlich ermittelte Verkehrsprognosen eingereicht. Der Airport betonte, dass es im Beschluss nicht um den Bau neuer Start- und Landebahnen oder zusätzliche Rollwege gehe.

Keine konkreteren Vorgaben zum Lärmschutz

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag in Düsseldorf, Martin Metz, erklärte: „Es ist das Verdienst erfolgreich klagender Bürger, dass die Zeit des planungsrechtlichen Wildwest beendet wurde. Es wird nun rechtlich sichergestellt, dass es durch die Baumaßnahmen nicht zu einem schleichenden Ausbau mit mehr Lärm kommt.“ Er bedauere, dass es „bundesrechtlich nicht möglich war, konkretere Vorgaben zur Regulierung des Flugverkehrs und damit mehr Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner vor nächtlichem Fluglärm im Planfeststellungsbeschluss unmittelbar zu verankern“, so Metz.

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