Glosse zur Passkontrolle Wenn die Einreise am Flughafen Köln/Bonn zur Tortur wird

Meinung | Köln/Bonn · Man könnte meinen, Einreisende in Deutschland sollen so früh wie möglich erfahren, dass hierzulande kaum noch etwas reibungslos funktioniert. Vielleicht wird deshalb die Passkontrolle am Flughafen Köln/Bonn zuweilen zur Tortur. Warum es ein Glück ist, dass dieser Airport so klein ist.

 Die Passkontrolle am Flughafen Köln/Bonn ist gründlich und zeitintensiv, so die Erfahrung einiger Fluggäste.

Die Passkontrolle am Flughafen Köln/Bonn ist gründlich und zeitintensiv, so die Erfahrung einiger Fluggäste.

Foto: DPA

Vielleicht ist es eine Anordnung von ganz oben. Wir wissen es nicht. Aber es könnte durchaus sein: Einreisende sollen so früh wie möglich erfahren, dass in Deutschland kaum noch etwas reibungslos funktioniert. Also besser, wenn die Gäste aus dem Ausland schon an der Passkontrolle die Unzulänglichkeiten am eigenen Leib erdulden müssen.

Vor einigen Tagen am Flughafen Köln/Bonn. Der Flug unseres Gastes aus Großbritannien landet pünktlich, und so stehen wir beizeiten am Ausgang. Der Strom der Ankommenden ist eher ein vor sich hin stotterndes Rinnsal von Einzelnen und von kleinen Gruppen mit sehr großen Lücken dazwischen. Für die Nicht-EU-Bürger ist einer von vier Schaltern geöffnet, teilt unser Gast per SMS mit. Ein einzelner Beamter der Bundespolizei schaut sich sehr genau jeden Pass an. Drei Kollegen stehen ihm dabei bei. „Bei einer Frau gibt es offenbar Probleme. Sie debattieren schon seit zehn Minuten“, erfahren wir. Wieder Pause. Kein Mensch verlässt den Terminal an diesem Ausgang.

Mittlerweile steht unser Gast schon eine Stunde in der Schlange. Und die vor ihm ebenfalls auf Einreise wartende Schar ist immer noch groß. Dann ist er endlich an der Reihe. Der Beamte, flankiert von drei Uniformierten, nimmt seine Aufgabe sehr ernst, was ja in heutigen Zeiten sehr beruhigend ist. Warum ein Engländer denn nach Deutschland einreisen wolle, wird der Gast gefragt? Wie lange er gedenke zu bleiben? Nach Begutachtung des Rückreisetickets und optischem Abgleich des Passfotos mit der Realität darf er endlich durch. Da sind schon fast anderthalb Stunden vorbei. Unsere Begrüßung fällt entsprechend beschämt aus: Welcome to Germany!

Glücklicherweise ist der Flughafen Köln/Bonn ein relativ kleiner. Hätte er zum Beispiel die Größe von London Heathrow, dann hätte sich die Wartezeit um den Faktor sechs verlängert. So gesehen, hat der Mann aus London sogar noch richtig Schwein gehabt.

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