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Flughafen Köln/Bonn: Zoll macht spektakulären Drogenfund

Drogen im Wert von über 148 Millionen Euro : Zoll macht spektakulären Drogenfund am Flughafen Köln/Bonn

Der Zoll hat am Flughafen Köln/Bonn im Mai einen spektakulären Drogenfund gemacht. Neben Ecstasy-Tabletten im Wert von 1,3 Millionen Euro fanden die Kräfte 147.600 Cannabissamen.

Zu einer zunächst unscheinbaren Halle hatte der Kölner Zoll für Dienstagvormittag nach Wahn eingeladen. Eben jene Halle liegt auf dem Gelände der Außenstelle des Kölner Hauptzollamtes. Die Nähe zum Flughafen hatte dabei laut Jens Ahland, Sprecher des Kölner Zolls, Sinn. Dort waren nämlich vor wenigen Wochen im Frachtbereich rekordverdächtige Drogenmengen sichergestellt worden.

Genauer gesagt hatten die Zöllner im Mai die größte, jemals in einer Nacht an einem deutschen Flughafen beschlagnahmte Ecstasy-Menge gefunden. In einer Sendung, die durch Schokoriegel und Chips getarnt war, hatten die Beamten 173.000 Ecstasy-Tabletten entdeckt. Straßenverkaufswert: Rund 1,3 Millionen Euro, so Ahland. Versteckt waren die Drogen in fünf Paketsendungen mit einem Gesamtgewicht von rund 70 Kilogramm.

Bei zwei weiteren Kontrollen im Mai habe man noch die größte, jemals an einem deutschen Flughafen geschmuggelte Menge Cannabis-Samen sichergestellt. Und zwar in zwei Drogenlieferungen, die aus insgesamt 147.600 Samenkörnern in Tüten bestanden. Aus dieser Menge hätte sich ein Marihuana-Ertrag in der Größenordnung von 14,7 Tonnen generieren lassen, schätzt der Zollsprecher. Hier bezifferte er den Straßenverkaufswert auf 147 Millionen Euro. Eine der Drogenlieferungen hatten die Absender als Sendung mit Atemschutzmasken deklariert.

„Man hätte mit der Canabis-Menge jedem erwachsenem Deutschen einen Joint drehen können“, so Ahland. Was die Absender beziehungsweise die Empfänger des Schmuggelgutes angeht, sagt er: „Die Ermittlungen der Zollfahnder laufen derzeit, daher können wir keine weiteren Auskünfte geben.“ Allerdings gibt der Zollsprecher ein paar Informationen zur Route der geschmuggelten Samen preis: „Was ich sagen kann, ist, dass die Sendung nicht für Deutschland bestimmt war. Aber es hätte sehr gut sein können, dass fertiges Marihuana dann wieder seinen Weg nach Deutschland gefunden hätte.“

Dass die Zöllner erneut am Kölner Flughafen fündig wurden, überrascht Ahland nicht wirklich: „Mittlerweile finden wir fast jede Nacht Drogen in Paketsendungen.“ Besonders hervorzuheben sei jedoch, dass sich die Größenordnungen auffällig geändert hätten: „Was früher hundert Gramm waren, sind jetzt schnell mehrere Kilogramm, auch was harte Drogen angeht.“ Dass jetzt diese großen Drogenfunde gelungen seien, habe aber sicherlich nicht nur mit Erfahrungswerten, „sondern auch mit dem Glück des Tüchtigen zu tun“, glaubt Ahland. Ganz sicher werde man genau das weiterhin brauchen: „Wir sehen ganz klar im Bereich des Drogenschmuggels, dass wir steigende Zahlen haben.“ Im letzten Jahr hätten sich die Aufgriffszahlen auch bei harten Drogen zum Teil verdrei- beziehungsweise vervierfacht. „Aber auch beim Marihuana finden wir mittlerweile unversteckt mehrere Kilogramm, einfach in einem Karton verstaut und abgeschickt.“

Der Flugplatz erweise sich dabei immer mehr als internationales Drehkreuz. „Der Großteil der aufgegriffenen Drogen ist nicht für den deutschen Markt bestimmt, sondern fällt unter die Rubrik `Internationaler Drogenhandel`, den wir natürlich auch im Transitbereich des Flughafens bekämpfen“, meint Ahland.