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Auf Lebenspartner eingestochen: Frau aus Mechernich steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Auf Lebenspartner eingestochen : Frau aus Mechernich steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht

In Bonn steht eine 33-jährige Frau vor Gericht, die ihrem Lebenspartner ein Messer in die Brust gerammt haben soll. Der mutmaßlichen Tat vorausgegangen war demnach ein unheilvoller Mix aus Eifersucht, Streit um Geld und Alkoholkonsum.

Der vorweihnachtliche Streit wäre für den 41-jährigen Lebensgefährten der Angeklagten fast tödlich ausgegangen: Nur dank einer unverzüglich eingeleiteten Not-OP am Marienhospital in Euskirchen überlebte das Opfer einen Messerangriff seiner Partnerin. Wegen versuchten Totschlags steht die 33-Jährige Frau aus Mechernich nun seit Donnerstag vor dem Bonner Schwurgericht. Dass sie ihrem Freund die 20 Zentimeter lange Klinge in den Brustkorb gestoßen haben könnte, räumte die ruhig und traurig wirkende Frau vor Gericht durchaus ein. An die eigentliche Tat habe sie allerdings keine Erinnerung mehr. Sie wisse nur, dass sie anschließend in Handschellen auf dem Bett gesessen und mit Polizisten gesprochen habe.

Vieles am Abend des 13. Dezember vergangenen Jahres muss der gebürtigen Polin wie ein Déjà-vu vorgekommen sein. Auch ihr Ex-Mann habe viel getrunken und gespielt und als ihr neuer Lebensgefährte, mit dem sie seit zirka drei Jahren zusammen ist, an jenem Abend mit einem befreundeten Nachbarn und 200 Euro loszog, habe sie gewusst, dass von dem gemeinsamen Geld nichts mehr für die bevorstehenden Feiertage übrig bleiben würde.

Begonnen hatte der Tag wohl gar nicht so unharmonisch: Mittags habe man noch darüber geredet, wie man die Festtage verbringen wolle, über Einkäufe oder einen Weihnachtsbaum. Obwohl ihr Freund sie einige Male geschlagen habe, nachdem er rund ein Vierteljahr vor der Tat bei ihr eingezogen war, habe sie sich endlich als Teil einer „normalen Familie“ gefühlt.

Neben einer Tochter aus erster Ehe lebte auch ein gemeinsames Kleinkind in der Wohnung. Nachdem man dann aber in Streit geraten war, weil ihr Partner ihr vorgeworfen habe, es gehe ihr nur ums Geld, habe sie ihm die 200 Euro gegeben, um ihm das Gegenteil zu beweisen. Mit den Scheinen habe sich der Mann aber zu dem befreundeten Nachbarn begeben und nach einiger Zeit habe sie festgestellt, dass die beiden wohl zusammen ausgegangen waren.

Nun hat wohl eine Mischung aus schlechten Erfahrungen, Eifersucht und eigenem Alkoholkonsum zu einer Kettenreaktion geführt: Man erlebe eine Frau, die immer wütender werde, brachte der Vorsitzende Richter Klaus Reinhoff die Situation auf den Punkt.Um die 50 Mal binnen zehn Minuten scheint die Frau ihren Freund auf dessen Handy angerufen zu haben, dazu kamen unzählige Textnachrichten. Als ihr Partner schließlich gegen halb zwölf wieder vor der Türe stand habe sie, so wird ihr vorgeworfen, die Wohnungstüre geöffnet und dem Mann ein Messer in den rechten Brustkorb gerammt. Anschließend schloss sie wohl die Türe sofort wieder; der Schwerstverletzte wankte zu der benachbarten Wohnung seines Freundes, wo er gerade noch klingeln konnte, bevor er zusammenbrach.