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Video: Neue Themenwelt Klugheim im Phantasialand: GA-Redaktion testet neue Achterbahnen Taron und Raik

Video: Neue Themenwelt Klugheim im Phantasialand : GA-Redaktion testet neue Achterbahnen Taron und Raik

Das Phantasialand in Brühl hat am Mittwochabend seine neue Themenwelt Klugheim mit zahlreichen geladenen Gästen eingeweiht. Von Donnerstag an ist Klugheim mit den beiden Achterbahnen Taron und Raik für alle Gäste geöffnet. Der GA hat die Attraktionen getestet.

Mit zahlreichen Prominenten und geladenen Achterbahn-Fans hat das Brühler Phantasialand am Mittwochabend seine neue Themenwelt Klugheim geöffnet. Nach Monaten der Bauzeit verschafften sich unter anderem die Comedians Guido Cantz und Mirja Boes, Sänger Olaf Henning, Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann sowie die Fußballer Patrick Helmes und Marcel Risse einen Eindruck von den Neuheiten. Von Donnerstag an sind die neuen Attraktionen für alle Besucher geöffnet.

Auch die GA-Redaktion hat die beiden neuen Achterbahnen getestet. Taron ist dabei ein sogenannter Multi-Launch-Coaster, der die Besucher mehrfach während der Fahrt katapultartig beschleunigt. Nach Angaben des Brühler Freizeitparks ist Taron der weltweit schnellste Multi-Launch-Coaster und in seiner Bauart der längste der Welt.

Unsere Meinung: Bei Taron rollt der Zug langsam zur Abschussgeraden. Bleibt stehen, exakt fünf Sekunden lang. Dann kommt der Kickstart, der noch ein wenig kräftiger hätte ausfallen können. Wie im Flug geht es in einer großzügig geschwungenen Rechtskurve hoch ins Basaltgebirge, wo schon bald auf einer Kuppe der Magen kribbelt – Airtime nennt sich das, ein Gefühl von Schwerelosigkeit.

Solch ein Hügel ist später ein weiteres Mal eingebaut, aber leider wird der Zug mit seinen vier Wagen mit je vier Fahrgästen vorher abgebremst. Doch das wäre es schon an Kritik: Die wie eine Arena wirkende Landschaft und die gewundene Fahrt hindurch sind atemberaubend. Man denkt, mindestens drei bis bis vier Minuten unterwegs zu sein, es sind aber nur rund anderthalb. Da das Phantasialand bekanntlich nicht viel Platz hat, ist die Bahn ähnlich verschachtelt wie die Black Mamba nebenan, doch man sieht unterwegs mehr.

Der Höhepunkt ist die zweite Hälfte, wenn der Zug auf einer langen Geraden aus der Fahrt heraus noch mal so richtig röhrend Gas gibt. Dann wird es nach einer Linkskurve ruppiger. Plötzliche Schwenks nach rechts, links und wieder rechts. Taron gibt wild einfach alles, schunkelt seine Besatzung durch Klugheim. Die wird schnell süchtig und stellt sich bestimmt noch mal an. Diese Achterbahn hat dem Freizeitpark gefehlt. Klasse.

Bei der zweiten Attraktion Raik handelt es sich um eine Familienachterbahn, die als Besonderheit eine Vorwärts- und eine Rückwärtsfahrt bietet. Bei der sogenannten Boomerang-Achterbahn gibt es keine geschlossene Streckenführung. Stattdessen fährt der Zug die Bahn am Ende noch einmal rückwärts zurück.

Unsere Meinung: Raik ist vor lauter Details in Klugheim gar nicht leicht zu entdecken. Sie hat auch noch nicht – wie Taron – einen Eintrag in Wikipedia. Doch in einem hölzernen Turm fällt auf einmal eine Rampe mit zwei Schienensträngen auf. Auf der rollt ein Zug rückwärts nach oben. Langsam. Saust in die Tiefe und taucht dann nebenan wieder auf. Rückwärts geht es zurück. Family-Boomerang nennt sich der Bahntypus und soll tatsächlich, der Name sagt's ja schon, familienfreundlich sein. Wer den ersten Absturz sieht, kann es kaum glauben. Sollte sich aber nicht täuschen lassen.

„Die Leute sind mehr gewöhnt als früher“, sagt ein Ordner. Recht hat er. Heute setzen sich die Kinder überall mit Begeisterung rein, während sich die Eltern vor Angst in die Hosen machen. Also, Mama, Papa: rein in Raik, denn die (kurze) Fahrt macht Spaß.

Nach dem Hochziehen jagt der Zug durch den Bahnhof und schlängelt sich durch Felsen, bevor er bergauf stehenbleibt. Ein Moment Pause, dann geht's auf demselben Weg zurück. Umschauen ist schwierig. Das war's schon. Wer sich im Phantasialand auf die Wasserbahn Chiapas mit seinem steilen Abhang traut, muss auch vor Raik keine Angst haben. Zur Not kann der Nachwuchs seine Erziehungsberechtigten zur Bierschenke auf den Dorfplatz schicken.