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Giftschlange in Köln zurück im Terrarium: Anwohner dürfen wieder in ihre Wohnungen

Anwohner dürfen wieder in ihre Wohnungen : Entflohene Giftschlange in Köln zurück im Terrarium

Eine Giftschlange ist aus einem Terrarium in Köln-Klettenberg entwichen. Die Bewohner des Mehrfamilienhaus haben ihre Wohnungen verlassen. Erst in den Abendstunden fanden Einsatzkräfte das Tier.

Nachdem aus einem Terrarium eine Giftschlange ausgebüxt ist, haben in Köln-Klettenberg mehrere Bewohner ihre Wohnungen verlassen müssen. Erst gegen 20.30 Uhr am Abend konnte das Reptil bei einer Kontrolle gefasst werden, als es sich auf dem Weg zu einer der aufgestellten Futterfallen befand. Die Anwohner der zehn Wohnungen des Mehrfamilienhauses konnten nach der Entwarnung in ihre Zimmer zurückkehren.

Schlange war einen Tag „auf freiem Fuß“

Der Besitzer der Südafrikanischen Korallenschlange hatte am Sonntagabend bemerkt, dass das Tier nicht mehr im Terrarium war. Nach erfolgloser Suche rief er dann am frühen Montagmorgen die Feuerwehr, deren Bemühen jedoch bis zum Abend erfolglos blieben.

Um das Tier hervor zu locken legten die Einsatzkräfte in der Wohnung des Besitzers sowie in der Nachbarwohnung Futterfallen und Wärmequellen aus, um das Tier anzulocken. Gegen 18 Uhr verließ die Feuerwehr die Wohnung. Die Wehrleute hofften, dass sich das Tier in der ruhigen Umgebung zu den Ködern vorwagen würde.

Die Feuerwehr hatte die betroffene Wohnung versiegelt und Keller- sowie Außenbereiche umfassend kontrolliert. Es wurde Mehl ausgestreut, um Kriechspuren der Schlange zu erkennen. Die Experten in der Wohnung trugen dabei Schutzkleidung. Alle Wohnungen des Hauses sollten versiegelt werden. Falls die Schlange doch das Haus verlassen hätte, wäre sie bei der derzeitigen Kälte umgehend in eine „Kältestarre“ verfallen und letztlich daran verendet.

Neben der Feuerwehr war auch das Veterinäramt und das Ordnungsamt vor Ort. Zunächst hatte der Einsatzleiter vor Ort erklärt, dass die Anwohner an diesem Tag nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Die sechs Monate alte Schlange ist rund 20 Zentimeter lang, bei einem Biss setzt sie Nervengift frei. Eine Gefahr für die Anwohner bestand nach Einschätzung der Experten jedoch nicht. Es handele sich um ein Jungtier mit geringerer Giftmenge. Dennoch sei „mit äußerster Vorsicht vorzugehen“, teilt die Stadt mit.

Bisse durch ausgewachsene Tiere können sogar tödlich verlaufen. Hier sei allerdings mit einer „leichten bis mittelschweren Reaktion auf einen Biss zu rechnen“, teilte die Stadt mit. Dennoch könne man auch schwere Reaktionen nicht ausschließen. Vorsorglich war ein Kölner Krankenhaus informiert worden, das sich in Abstimmung mit der Giftnotrufzentrale München für alle Fälle auf eine Behandlung vorbereite. Ein geeignetes Gegengift stehe allerdings nicht zur Verfügung, hieß es.

Seit Jahresbeginn gilt in NRW ein verschärftes Gifttiergesetz, das die Neuanschaffung besonders giftiger Tiere verbietet und bestehende Haltungen strenger reguliert. Halter müssen demnach sehr giftige Tiere anmelden und unter anderem eine hohe Haftpflichtversicherung vorweisen. Bislang bleiben die Kommunen nämlich oft auf den Kosten sitzen, wenn ein giftiges Tier entweicht und ein Großeinsatz von Feuerwehr und Ordnungsamt folgt. Im Kölner Fall hält der Besitzer insgesamt zwölf Schlangen in seiner Wohnung. Die nötigen artenschutzrechtlichen Genehmigungen lägen vor. Die Haltung der Tiere sei „vorbildlich“, urteilte das Kölner Veterinäramt. Nach GA-Informationen besitzt der Halter eine entsprechende Versicherung.

(ga/ga)