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go2market in Köln: Supermarkt als Marktforschungsprojekt

„go2market“ : Dieser Kölner Supermarkt bietet Produkte von morgen an

Ein Lebensmittelladen als Marktforschungs-Labor? Das ist in etwa die Idee des jungen Unternehmens „go2market“. In dem Kölner Supermarkt gibt es bald Produkte, die eigentlich noch nicht regulär im Regal stehen.

Auf den ersten Blick wirkt der „go2market“ wie ein gewöhnlicher Supermarkt. In einem Regal stehen Milch und Fruchtjoghurt, in einem anderen Nudelpackungen, Pesto und Saucen. Doch es gibt einen Unterschied: Die Kunden werden dabei beobachtet, wann sie welche Lebensmittel in den Einkaufskorb packen. Oft gibt es diese noch nicht im herkömmlichen Supermarkt-Regal. Denn der „go2market“ betreibt Marktforschung.

„Wir sehen Produkte durch die Augen der Konsumenten“, beschreibt Country-Manager Jörg Taubitz den Ansatz des jungen Unternehmens „go2market“. Am 9. Juni eröffnet der Laden mit knapp 400 Quadratmeter großer Verkaufsfläche in Köln. Nach einer dreijährigen Testphase in Wien ist die Domstadt der erste Standort in Deutschland. Dort soll dann geschaut werden, wie bestimmte Artikel bei ihren Konsumenten ankommen - bevor sie etwa auf dem deutschen Markt an den Start gehen.

Zum Start umfasst das geplante Sortiment rund 400 Artikel von über 100 Herstellern, die noch nicht am Markt erhältlich sind, in anderen Ländern bereits erfolgreich sind oder trotz erreichter Leistung von den Verbrauchern noch nicht ausreichend wahrgenommen wurden.

Kunden müssen sich bewerben

„Viele Produkte haben im Supermarkt keine Chance“, sagt Taubitz im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Neun von zehn Produkteinführungen scheiterten schon nach den ersten Monaten, weil Hersteller zum Beispiel zu wenig über die Nachfrage oder ihre Zielgruppe wüssten. Kunden des „go2markets“ sollen daher nach ihrem Einkauf online ihre Meinung zur Verpackung oder dem Preis der gekauften Lebensmittel abgeben - und natürlich auch, ob sie diese nochmal in den Wagen packen würden.

Kann das neue Produkt den Markteintritt zum aktuellen Zeitpunkt schon schaffen? Ist die definierte Zielgruppe die richtige? Stimmen der Preis, das Image und die Verpackung? Diese Fragen sollen für die Hersteller geklärt werden.

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Wer etwa angibt, für ein Bio-Produkt gerne einen höheren Preis zu bezahlen, dann aber doch zum konventionellen Produkt greift, macht deutlich, dass die Akzeptanz in diesem Fall vielleicht doch nicht ganz so hoch ist.

Die Daten bleiben anonym, dafür begleiten Kameras im Laden den Gang durch den Supermarkt. Hersteller profitieren laut Taubitz, weil sie Wissen über ihre Zielgruppe sammeln.

Wer in dem Kölner Store einkaufen möchte, muss sich bewerben. Die Menschen sollen „der durchschnittlichen Soziodemografie Deutschlands entsprechen“, teilt das Unternehmen mit, also repräsentativ für die deutsche Bevölkerung sein. Deshalb richtet sich das Angebot an maximal 3.000 Kunden. Für einen Beitrag von knapp 15 Euro pro Monat können sie mit einem Einkaufsguthaben von 55 Euro im Supermarkt einkaufen. Dabei kann man zwischen drei-, sechs- oder zwölfmonatigen Abos wählen.

Mit dem Smartphone müssen Kunden ihre Produkte am Ende ihres Einkaufs einscannen, die dann mit dem Guthaben verrechnet werden. Im Anschluss werden sie online nach ihrer Meinung und Kauferfahrung befragt.

Köln als idealer „go2market“-Standort

Man habe sich bewusst für Köln als Standort in Deutschland entschieden, sagt Taubitz. Neben der großen Messe habe die Stadt zum Beispiel auch eine „weltoffene Bevölkerungsstruktur und eine sehr spannende Start-up-Szene“ zu bieten. Apropos Start-ups: Diese bekämen die Chance, ihre Produkte im „go2market“ auszuprobieren. Generell sei der Supermarkt ausschließlich mit Markenprodukten ausgestattet und Themen, die gerade angesagt seien, zum Beispiel vegane Angebote.

Produkttester können sich hier bewerben.