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So geht Rheinisch: Höppemötzje un Flitschebore

So geht Rheinisch : Höppemötzje un Flitschebore

Der GA erklärt kurz und knapp alles, was man über den rheinischen Dialekt wissen muss. Immer mit dabei eine rheinische Redensart. Diesmal ist es: Höppemötzje un Flitschebore.

Wie haben sich die Zeiten geändert? Heute brauchen die Kinder nicht mehr viel, um ihre Langeweile in den Griff zu bekommen. Es reicht schon ein Handy mit einer passenden App und man hört uns sieht nichts mehr von ihnen. Alternativ funktionieren auch Tablets oder größere Bildschirme.

Wir enthalten uns jetzt mal eines Urteils, ob das gut oder schlecht ist. Wir wollen ja keinen Ärger mit dem europäischen Fußballverband Uefa bekommen. Aber fest steht: Früher war‘s schwieriger. Denn es gab ja nicht viel. Oder wie die Großeltern so gerne sagen: Wir hatten ja nix! Und so musste man sich behelfen, um seine Freizeit einigermaßen kurzweilig zu gestalten. Und an dieser Stelle kommen „Höppemötzje und Flitschebore“ ins Spiel. Denn bis in die 80er Jahre hinein, haben die Kinder MITEINANDER gespielt! Und gerne auch ohne große Hilfsmittel. Man musste eben nehmen, was da war.

Man brauchte dazu nicht viel

In unserem Fall waren das Kästchenhüpfen und Flitzebogen. Für ein ordentliches Hüpfekästchenspiel brauchte man eigentlich nur Kreide. Und weil die in der Schule generell verfügbar war – damals gab es noch keine Whiteboards, die Tafeln waren noch schwarz –, konnte man sich damit auf dem Schulhof wunderbar die Zeit vertreiben. Man musste nur die Regeln kennen. Die Mädchen kannten sie meist besser als die Jungen, die sich eher aufs Fußballspiel verlegten.

Oder eben darauf, einen Flitzebogen zu bauen. Etwa beim nachmittäglichen Spaziergang mit dem Opa durch den Wald. Wenn dann ein geradegewachsener Haselnussstrauch am Wegesrand in Sicht kam, zückte der Großvater das Taschenmesser und schnitt einen Ast ab. Dann fehlte nur noch eine Kordel und natürlich ein paar Pfeile, die auch aus Haselnussholz sein durften. Der Ausdruck „Flitze“ oder „Flitsche“ ist übrigens eine Rückentlehnung aus dem Französischen, wo fléche so viel heißt wie, „mit Pfeilen schießen“.

Aus dem Germanischen übernommen

Das Wort war zuvor aus dem Germanischen übernommen worden und kann somit auf eine lange Tradition zurückblicken. Heute wird es nur noch benutzt, um zu beschreiben, dass Kinder mit Pfeil und Bogen spielen.

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