GA-Winterwanderung in Brühl Im Garten des Kurfürsten

BRÜHL · Bei einer Tour um die Brühler Schlösser Augustusburg und Falkenlust lässt sich ein Teil des Weltkulturerbes erkunden. Cafés und Restaurants locken zum Abschluss.

Manche mögen es kitschig finden, aber es ist schon ein imposanter Anblick, wenn die tief stehende Wintersonne das Schloss Augustusburg, einst Residenz des Kölner Kurfürsten Clemens August (1700-1761), in ein sanftes Licht taucht. Mit dem Blick auf das prachtvolle Rokoko-Gebäude, den Bahnhof im Rücken, beginnt die Tour um die Brühler Schlösser.

Wo sich einst Kutschen ihren Weg bahnten, spazieren heute Ausflügler und Touristen zur Terrasse an der Südseite des Komplexes, von der sich eine schöne Aussicht auf die Gärten bietet, die mitsamt der Schlösser Augustusburg und Falkenlust zum Unesco-Weltkulturerbe zählen. Entlang der Fontänenbecken, in denen es im Winter allerdings nicht sprudelt, geht es hinein in ein Wäldchen, auf dem sich mehrere Wege eröffnen.

Wer sich zunächst geradeaus und dann links hält, findet mühelos die auch ausgeschilderte Route zum Jagdschloss Falkenlust. Über eine kleine Brücke geht es auf eine lange, von Feldern umgebene Allee, auf deren rechter Seite eine etwas andere Sehenswürdigkeit zu entdecken ist: Der Schloss-Turm eines bekannten Brühler Freizeitparks erhebt sich in der Ferne.

Nach einem kleinen Schlenker durch eine Unterführung geht es weiter geradeaus auf das Jagdschloss zu, dessen Platz bewusst mit Blick auf die Flugbahn von Reihern gewählt wurde – den bevorzugten Beutevögeln bei der Falkenjagd, die zu den Leidenschaften des Kurfürsten zählte. Auch wenn die Schlösser im Dezember und Januar geschlossen bleiben, lohnt es sich, die etwa 2,5 Kilometer zwischen beiden Bauten zurückzulegen.

Vorbei am „Indianischen Haus“

Wer sich an Schloss Falkenlust rechts hält und eine Runde durch den „Falkenlustbusch“ dreht, kommt zudem noch an der kleinen Kapelle St. Maria Aegyptiaca vorbei. Einer Einsiedlergrotte ähnlich ist sie mit Muscheln und Korallen ausgestaltet, wie sich beim Spinxen durch die Fenster gut erkennen lässt.

Diente die Kapelle dem Kurfürsten und Erzbischof früher als ein Ort der religiösen Besinnung, führt der Rückweg über die Allee wieder hinüber zum Schlosspark zu einer Stelle, an der sich im Gegenteil einst alles um den Genuss, das Spiel und die Konversation drehte. Um dorthin zu gelangen, geht es auf der Brücke am Ende der Allee rechts herum bis zu einer Lichtung an einem der Weiher im Park.

Ein Schild weist darauf hin, dass hier von etwa 1753 bis 1822 das „Indianische Haus“ stand, das wie ein chinesischer Palast gestaltet war. Nach Westen hin erstreckte sich ein Ziergarten samt Fasanerie und „versteckten Wasserscherzen, die für ein zusätzliches Amüsement der Hofgesellschaft sorgten“. Diese Aufgabe könnten heute allenfalls die Enten übernehmen, die auf dem Wasser ihre Kreise ziehen.

Zurück am Schloss Augustusburg geht es links herum durch einen Torbogen in die Schlossstraße, die vorbei am Geburtshaus des Künstlers Max Ernst und der Schlosskirche St. Maria von den Engeln in die Innenstadt führt. Cafés und Restaurants locken hier zum Abschluss.

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