Fischerei-Verein Euskirchen Jungfische für die Steinbachtalsperre

Euskirchen · Mit Besatzmaßnahmen erhält und hegt der Fischerei-Verein Euskirchen den heimischen Fischbestand. Spielte früher ausschließlich der Wunsch der Angler die ausschlaggebende Rolle, liegen dem Besatz heute fischereiökologische Erfordernisse zugrunde.

 Blick auf die Steinbachtalsperre im Herbst. FOTO: WALTER FRÖHLER

Blick auf die Steinbachtalsperre im Herbst. FOTO: WALTER FRÖHLER

Foto: Walter Fröhler

Die in den vergangenen Jahren stetigen Besatzmaßnahmen des Fischerei-Vereins Euskirchen wurden in diesem Jahr weiter fortgeführt. Bereits im Frühjahr wurden zusammen 4500 Bachforellenbrütlinge in die Erft, den Erftmühlenbach und den Veybach eingesetzt. Im November setzten die Fischereifreunde Jungfische in die Steinbachtalsperre und den Vorstau.

In den Vorstau wurden 50 einsömmerige Hechte, 50 zweisömmerige Schleien und 150 einsömmerige Zander eingesetzt. In den Hauptsee wurden 200 einsömmerige Bachforellen, 250 zweisömmerige Schleien und 500 einsömmerige Zander eingesetzt.

Bereits seit 1957, insbesondere aber seit der Sanierung des Staudamms von 1988 bis 1990, führt der Verein jährlich Besatzmaßnahmen in der Steinbachtalsperre und im dazugehörigen Vorstau durch. Indes haben sich im Lauf der Zeit die Besatzmaßnahmen geändert. Spielte früher ausschließlich der Wunsch der Angler die ausschlaggebende Rolle, liegen dem Besatz heute fischereiökologische Erfordernisse zugrunde. Das Einsetzen der Jungfische wurde in den vergangenen Jahren stets mit den Fischereibehörden abgestimmt, um eine der gesetzlichen Hegeverpflichtung entsprechende Besetzung durchzuführen. Die Grundlage dafür ist der Besatzplan des Vereins. Danach muss der Verein einen der Größe und Beschaffenheit des Gewässers entsprechenden artenreichen heimischen Fischbestand erhalten und hegen. Daran ist der Besatz mit der Anzahl und auch der Größe an Friedfischen und Raubfischen angepasst. Die Wünsche der Angler spielen dabei nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Faktoren für den Besatzplan sind nicht nur die entnommenen Fische anhand der Fanglisten (dabei werden mehrere Jahre betrachtet), sondern vielmehr die Größe und die Beschaffenheit des Gewässers – beispielsweise Reproduktionsmöglichkeiten, Sauerstoffgehalt, Temperatur und Schwebstoffe – sowie Erkenntnisse der oberen Fischereibehörde.

Darauf aufbauend wird der Besatzplan erstellt, und die Besatzvoranmeldung wird von der oberen Fischereibehörde bei der Bezirksregierung Köln überprüft.

Von großer Bedeutung für den Erfolg der Besatzmaßnahmen ist die richtige Durchführung des Einsetzens. So hängt dies von der Fischart und der bereits erreichten Größe der Besatzfische ab. Hechte müssen zum Beispiel wegen ihrer kannibalistischen Veranlagung stets einzeln in größeren Abständen ausgesetzt werden. Schleien werden schwarmweise an mehreren Stellen verteilt ausgebracht. Die Bachforellen sind ebenfalls aufgeteilt an verschiedenen Stellen auszubringen. Zander wiederum können in kleinen Trupps ausgesetzt werden.

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