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Köln: Bilanz der Silvesternacht in Köln 2021

Silvesternacht 2020/21 in Köln : Kölner Polizei erteilt mehr Platzverweise als im Jahr zuvor

Die Kölner Polizei hat zum Jahreswechsel ins Jahr 2021 mehr Platzverweise ausgesprochen, als im Jahr zuvor. Acht Personen verbrachten die Nacht in Gewahrsam.

Mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei waren in der Silvesternacht in Köln im Einsatz. Die rund 400 Polizistinnen und Polizisten sprachen in Köln und Leverkusen bis zum Neujahrsmorgen 74 Platzverweise (Vorjahr: 70) aus und nahmen acht Personen (Vorjahr: 38) in Gewahrsam.

Polizeipräsident Uwe Jacob sagte am Neujahrstag: "Ich möchte mich bei den Menschen in unserer Region für ihr Verantwortungsbewusstsein während dieses besonderen Jahreswechsels bedanken. Da, wo wir auf kleine Gruppen getroffen sind, haben wir die Personen sofort angesprochen und Platzverweise erteilt."

Von Silvesterabend, 18 Uhr bis zum Neujahrsmorgen, 9 Uhr, hat die Polizei in Köln und Leverkusen 34 Strafanzeigen (Vorjahr: 152) und 75 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung aufgenommen. In 14 Fällen laufen die Ermittlungen wegen Körperverletzungsdelikten (Vorjahr: 56). Bislang wurden drei Raubdelikte (Vorjahr: 2) angezeigt. Zudem ermitteln die Polizeibeamten in drei Fällen wegen Sachbeschädigung (Vorjahr: 23) und in zwei Fällen wegen des Verdachts eines waffenrechtlichen Verstoßes (Vorjahr: 5).

Rollerfahrer stürzt auf der Flucht vor der Polizei

Für einen 19 Jahre alten Kölner endete der Silvesterabend im Krankenhaus. Er flüchtete auf einem Mietroller vor einer Polizeikontrolle, stürzte und verletzte sich dabei schwer. Der Rollerfahrer und sein Sozius waren gegen 22 Uhr einer Streifenwagenbesatzung auf der Friedrich-Karl-Straße in Köln-Niehl aufgefallen - der 19-Jährige trug keinen Helm.

Der Fahrer kümmerte sich wenig um die Anhaltezeichen der Polizei, sein Sozius sprang unterwegs ab und flüchtete zu Fuß, während der Rollerfahrer im Bereich der Allensteiner Straße von der Fahrbahn abkam und vom Roller fiel.

Rettungskräfte brachten den jungen Mann ins Krankenhaus. Die Polizisten stellten beim dem 19-Jährigen Atemalkohol fest. Sie ordneten nach einem Atemalkoholtest von fast einem Promille eine Blutprobe an und stellten den Führerschein sicher. Die Mietrollerfirma kümmert sich um den nicht mehr fahrbereiten Roller.

Partygäste leisteten Widerstand gegen die Polizei

Im weiteren Verlauf der Nacht lösten Polizisten eine illegale Party in der Mesmerstraße in Köln-Buchforst auf. Dabei leisteten zwei junge Männer (22 und 23 Jahre) Widerstand. Wegen einer gemeldeten Ruhestörung klingelten die Einsatzkräfte gegen 1.30 Uhr bei den mutmaßlichen Verursachern. Kurz zuvor hatten sie laute Musik und diverse Männer- und Frauenstimmen aus der Wohnung wahrgenommen. Nach Öffnen der Haustür versuchten die 22- und 23-jährigen Männer, den Polizisten den Zutritt zu verwehren, widersetzten sich und drängten die Beamten ins Treppenhaus ab.

Mit angeforderten Unterstützungskräften überwältigten die Polizisten unter anderem mit dem Einsatz von Pfefferspray die Aggressoren, verschafften sich Zutritt zur Wohnung und trafen auf insgesamt neun Personen aus unterschiedlichen Haushalten. Alarmierte Rettungskräfte spülten den jungen Männern die Augen. Die Wohnungsinhaberin war nicht in der Wohnung, sodass alle Anwesenden einen Platzverweis erhielten. Die Beamten fertigten neun Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung und eine Strafanzeige gegen die beiden jungen Männer wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Nach einer unerlaubten Technoparty in einer Bunkeranlage in Köln hat die Polizei am Neujahrsmorgen Strafanzeigen gegen zwei Personen gestellt. Es soll sich um die Veranstalter handeln. Weil der Partyort nahe einer Bahnlinie liegt, waren für den Einsatz am Vormittag kurzzeitig mehrere Gleise von Regional- und S-Bahnen gesperrt worden.

Unerlaubte Technoparty in einem Bunker

In einem stillgelegten Bunker im Kölner Stadtteil Buchforst sollen etwa 30 Menschen gefeiert und gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen haben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Sie hätten die verschlossene Anlage aufgebrochen. Beamten stellten professionelles Party-Equipment sicher. Auch Drogen seien gefunden worden. Die beiden angetroffenen Personen seien gerade beim Aufräumen gewesen, hieß es.

Wegen des Einsatzes von Landes- und Bundespolizei wurde am Vormittag eine rechtsrheinische Bahnstrecke im Abschnitt Köln-Mülheim vorübergehend gesperrt. Betroffen waren zahlreiche Regionalzüge und S-Bahn-Linien. Es kam zu Verspätungen und Teilausfällen, wie die Bahn twitterte. Züge mussten in umliegenden Bahnhöfen warten. Nach dem Ende des Einsatzes seien die Strecken wieder freigegeben worden, sagte ein Bahnsprecher am Freitag auf Anfrage.

Polizei teilt Zahlen unter Vorbehalt mit

Die in dieser Bilanz dargestellten Kriminalitätszahlen können sich noch verändern, wie es von der Polizei heißt. Die Auflistungen stehen unter dem Vorbehalt, dass noch weitere Anzeigen bei der Polizei Köln eingehen können, beziehungsweise dass Delikte im Zuge der Ermittlungen anders eingeordnet werden müssen.