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Köln: Clubs fordern Öffnungen nach illegalen Partys

Nach illegaler Party am Aachener Weiher : Kölner Clubbetreiber fordern sofortige Öffnungen

Kölner Clubbetreiber fordern die NRW-Politik auf, jetzt ein Konzept für rasche Wiedereröffnungen der Clubs umzusetzen. Ihre Forderungen unterstreichen sie mit einem eindrücklichen Video feiernder Menschenmassen.

Kölner Gastwirte reagieren auf illegale Feiern und fordern, Clubs und Diskotheken sofort wieder zu eröffnen. In einem Facebook-Beitrag wendet sich die IG Gastro Kwartier Latäng, ein Zusammenschluss, dem zum Beispiel das Blue Shell, die Roonburg, Hellers Brauhaus und das ZwoEins angehören, an den NRW-Landtag sowie den Kölner Stadtrat. Darin beschreiben die Gastwirte „Rave-artige Zustände“ in der Nacht vor Fronleichnam entlang des Rheinufers sowie rund um den Aachener Weiher, „die großen Festivals in Art und Umfang kaum nachstehen“.

„Es hat während der gesamten Pandemiezeit starke und flächige Bestrebungen auf ‚Feiern’ gegeben und nur die allerwenigsten hiervon sind durch Ordnungsbehörden entdeckt und aufgelöst worden. Mit Einsatz des guten Wetters ist jedoch - ebenso wie letzten Sommer schon - ein Punkt erreicht, an dem das Bedürfnis nach Party der Jugendlichen und jungen Erwachsenen weder weiter gehemmt werden, noch das Ausleben verhindert werden kann“, heißt es in dem Facebook-Beitrag von Donnerstagmorgen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Clubs in NRW geschlossen. Sie sollen frühestens im September wieder öffnen dürfen.

Illegale Partys zu verhindern sei unmöglich

Im 16. Monat des Berufsverbots für Clubbetreiber sei nun endgültig Zeit „zu erkennen, dass ein Kanalisieren dieser Bedürfnisse in kontrollierte Räume mit überschaubarem Risiko deutlich mehr Sinn macht, als das Abschieben in unkontrollierbare öffentliche Areale und der Illusion, dass man hier das Feiern verhindern würde, wenn man solche Versammlungen dann ab und an punktuell auflöst. Nein, man verlagert sie dann nur dahin, wo man sie weniger schnell sieht und wo es noch unkontrollierbarer ist.“

Ein Club hingegen sei ein geschützter Raum. „Dort ist ein behördlich auf Zuverlässigkeit geprüfter Konzessionär, der etwas zu verlieren hat und auf die Einhaltung der Regeln im eigenen Interesse hinarbeitet. In inoffiziellen Locations gibt es einen solchen nicht. Im Club erfassen wir Kontaktdaten, prüfen 3G am Eingang, spülen Gläser sauber und haben anständige Lüftungen. Hier muss sich niemand die Vodka-O Flasche teilen und hier ist recht klar sichergestellt, dass die eingelassenen Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit risikofrei sind.“

Statt die Clubs weiterhin ungerechtfertigt zu stigmatisieren, fordert die IG Gastro Kwartier Latäng die Politik auf, sie in eine sinnvolle Gesamtstrategie mit einzubeziehen. Bei der Ausarbeitung konkreter Öffnungskonzepte sei man gern behilflich.

Die Gastwirte unterstreichen ihre Forderung mit einem Video, dass eine feiernde Menschenmenge am Aachener Weiher zeigt. Das Video stammt vom Instagram-Kanal @koelnistcool. Weitere Videos auf dem Kanal zeigten am Donnerstag zugemüllte Rasenflächen rund um den Aachener Weiher.

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(lsa)