Festnahmen in Köln-Rodenkirchen Geiselnahmen und Explosionen - Streit unter Drogenbanden?

Köln · Ende Juni und Anfang Juli gab es in NRW mehrere Explosionen, am vergangenen Freitag folgte eine Geiselnahme in Köln. Die Taten hängen offenbar zusammen - dahinter steckt möglicherweise ein Kampf zwischen Drogenbanden.

Die Polizei befreite zwei Geiseln in Köln-Rodenkirchen, die in Bochum entführt wurden.

Die Polizei befreite zwei Geiseln in Köln-Rodenkirchen, die in Bochum entführt wurden.

Foto: Ulrich Felsmann

Nach mehreren Detonationen in Hauseingängen und einer Geiselnahme in der vergangenen Woche in Köln, gehen Staatsanwaltschaft und Polizei von einem Zusammenhang der Taten aus. Das berichtet die Polizei am Montag.

Demnach könnte dahinter ein Streit unter Drogenhändlern stecken. Die Spur führe auch in die Niederlande. Dort sind Explosionen als Druckmittel im Bereich der organisierten Kriminalität schon lange keine Seltenheit mehr. Hinweise auf einen politischen Hintergrund gebe es dagegen nicht, so Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag.

Ende Juni und Anfang Juli gab es mehrere Explosionen in Köln, Engelskirchen und Duisburg. Am Freitag hatte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) in einem Wohngebiet in Köln zwei Geiseln aus der Gewalt von Entführern befreit.

Die im Zuge der Geiselbefreiung festgenommenen sechs Tatverdächtigen im Alter zwischen 22 und 29 Jahren befinden sich nach Polizeiangaben seit dem Wochenende in Untersuchungshaft. Gegen fünf Beschuldigte besteht der Verdacht der gemeinschaftlichen Geiselnahme und der gefährlichen Körperverletzung. Der sechste Tatverdächtige steht im Verdacht, Beihilfe zur Geiselnahme geleistet zu haben und gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben. Später wurde in Engelskirchen noch ein siebter Tatverdächtiger festgenommen. Auch er soll an der Geiselnahme beteiligt gewesen sein.

Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass die Tathintergründe „im Bereich des organisierten Drogenhandels liegen“. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehe es um eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen zwei Tätergruppen nach einem Drogengeschäft, bei dem Drogen mit Millionenwert unterschlagen worden sein sollen. „Die intensiven Ermittlungen, die auch in die Niederlande führen, dauern an.“ Untersucht werde auch, ob es Verbindungen zu einer Explosion in Solingen am 25. Juni gebe. Dabei hatte ein Mann vor einem Geschäft eine Flasche mit einer Substanz fallen lassen, wodurch es zu einer Verpuffung kam, die den Mann schwer verletzte. Er starb wenig später im Krankenhaus.

(ga/dpa)