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Köln: Protest kritisiert Vertuschung des Missbrauchsskandals

Mit Skulptur „Der Eichelbischof“ : Protest in Köln kritisiert Vertuschung des Missbrauchsskandals

Vor dem Kölner Dom hat die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung gegen den Umgang der katholischen Kirche mit dem Missbrauch durch Kirchenpersonal protestiert.

Vor dem Kölner Dom protestiert die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung gegen den Umgang der katholischen Kirche mit dem Missbrauch durch Kirchenpersonal. Unter dem Motto „Das Kernproblem der katholischen Kirche“ werde bis Donnerstag, parallel zur Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, auf die unzureichende Aufarbeitung des Missbrauchsskandals aufmerksam gemacht, erklärte die Giordano-Bruno-Stiftung am Dienstag in Köln. Im Zentrum der mehrtägigen Aktion steht eine Karneval-Skulptur des Düsseldorfer Wagenbauers für Rosenmontagswagen, Jaques Tilly. Die Skulptur „Der Eichelbischof“ zeigt einen Bischof mit Bischofsstab und Weihrauchgefäß, der als Bischofsmütze die Eichel eines Penis trägt.

Tilly beschreibt nach Angaben der Stiftung die Aussage seines satirischen Werkes mit den Worten: „Es zeigt, dass die katholische Kirche mit Sexualität ein riesiges Problem hat. Das Zölibat und die sexuelle Deformierung, die damit verbunden ist, dass die katholische Kirche Homosexuelle noch immer nicht akzeptiert hat, dass Frauen nicht ordiniert werden können und Missbrauchsfälle immer noch vertuscht werden.“

Ergänzt werde die Skulptur durch die Kunstinstallation „Die lange Bank des Missbrauchsskandals“, die bereits während der letzten beiden Bischofskonferenzen in den jeweiligen Städten zu sehen war, hieß es. Sie sei die bildliche Darstellung eines oft wiederholten, jedoch bisher nicht eingelösten Versprechens des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Stefan Ackermann, das da lautet: „Wir schieben nichts auf die lange Bank“.

Die Giordano-Bruno-Stiftung, die zur Protestkundgebung aufgerufen hat, wird nach eigenen Angaben von einem Bündnis aus Betroffenenorganisationen unterstützt. Dazu zählen die Betroffenenorganisation Eckiger Tisch, Missbrauchsopfer-Josephinum-Redemptoristen, Betroffeneninitiative Hildesheim, Initiative Johanneum Homburg, Betroffeneninitiative kirchlicher Missbrauch Süddeutschland, Selbsthilfe Missbrauch Münster, Selbsthilfe Missbrauch Rhede, Initiative für einen Gedenkort am Johanneum sowie der Verein „Missbrauch im Bistum Trier“ (MissBiT).

(epd)