1. Region
  2. Köln & Rheinland

Köln: Reker fordert Nachtfahrverbot für E-Scooter

Probleme mit Rollern : OB Reker fordert Nachtfahrverbot für E-Scooter in Köln

In Köln sind allein in den vergangenen eineinhalb Jahren rund 400 E-Scooter aus Gewässern gezogen worden. Im Rhein liegen noch Hunderte. Nun will Oberbürgermeisterin Reker die Regeln verschärfen.

In den städtischen Gewässern in Köln haben die Stadtentwässerungsbetriebe seit Anfang 2020 etwa 400 E-Scooter gefunden. Allein im vergangenen Jahr seien rund 250 E-Scooter aus Weihern und 20 E-Scooter aus Bächen in der Stadt gezogen worden, sagte Birgit Konopatzki, Sprecherin der Stadtentwässerungsbetriebe Köln. Seit Anfang des Jahres seien in den Weihern 120 und in den Bächen 10 E-Scooter weitere gefunden worden. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Angesicht dieser Zahlen will die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ und des Westdeutschen Rundfunks darauf hinwirken, dass künftig E-Scooter nachts in bestimmen Bereichen Kölns nicht mehr ausgeliehen werden können. Nach den Vorstellungen Rekers sollten die Verleiher die Scooter zwischen 22 und 6 Uhr überall dort abschalten, wo es zuletzt schwere Unfälle und Klagen über rücksichtsloses Verhalten der Fahrer gab, vor allem also im Kernbereich der Innenstadt, berichtete die Zeitung. Reker setze auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Verleiher, hieß es weiter. Denn rechtlich zwingen könne die Stadt die Firmen dazu nicht.

Die meisten Roller wurden im Aachener Weiher und dem Stadtwaldweiher gefunden und dann von den Stadtentwässerungsbetrieben geborgen. „Natürlich wollen wir nicht, dass die Gewässer verunreinigt werden“, sagte Konopatzki. Die Mitarbeiter stellen die geborgenen E-Scooter in der Nähe der Fundstelle ab. Die Bergung der E-Scooter kostet laut Konopatzki pro Jahr rund 10.000 Euro.

Derweil stockt die geplante Bergung von rund 500 E-Scootern aus dem Rhein in Köln. Nachdem die Betreiber der E-Scooter nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) kein schlüssiges Konzept vorgelegt hatten, ist unklar, wann und ob die E-Scooter aus dem Rhein gezogen werden können. „Also ich habe von ihnen noch nicht mal einen Anruf bekommen“, sagte der zuständige Mitarbeiter des WSA Rhein am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Ein neues Konzept zur Bergung liege ihm nicht vor.

Die Plattform Shared Mobility, in der sich die Betreiber der Leih-Scooter zusammengeschlossen haben, bestätigte das auf Anfrage nicht. Ein Sprecher teilte lediglich mit: „Die Mitglieder der Plattform Shared Mobility sind dran und versuchen, eine Lösung zu finden.“

Wir wollen wissen, was Sie denken: Der General-Anzeiger arbeitet dazu mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Wie die repräsentativen Umfragen funktionieren und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

(dpa)