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Kölner Erzbischof Woelki - Keine Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Kölner Erzbischof : Staatsanwaltschaft Köln ermittelt nicht gegen Woelki

Die Kölner Staatsanwaltschaft sieht bei Kardinal Rainer Maria Woelki kein strafbares Handeln. Ermittlungen gegen den Erzbischof von Köln würden deshalb nicht eingeleitet, sagte am Dienstag Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn.

Die Staatsanwaltschaft Köln nimmt keine Ermittlungen gegen den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki auf. Den eingegangenen Strafanzeigen im Zusammenhang mit dem Umgang der Bistumsleitung beziehungsweise des Erzbischofs mit sexualisiertem Missbrauch durch Kirchenpersonal sei die Staatsanwaltschaft nachgegangen, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn am Dienstag dem Kölner Bistumssender domradio.de. Aber es würden keine Ermittlungen aufgenommen.

Wie bei allen Strafanzeigen sei auch in diesen Fällen geprüft worden, ob „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“ für ein strafrechtlich relevantes Verhalten des Erzbischofs vorlagen, erläuterte Willuhn. „Und das haben wir nicht feststellen können.“ Deshalb dürfe die Staatsanwaltschaft nicht in Ermittlungen eintreten. Die Anzeigenerstatter seien entsprechend unterrichtet worden. Diese können die Bescheide anfechten. Dann müsste gegebenenfalls die Generalstaatsanwaltschat als vorgesetzte Behörde darüber entscheiden, ob über die Nichtaufnahme der Ermittlungen korrekt entschieden wurde.

Willuhn betonte, dass das Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl der Staatsanwaltschaft schon „vor langer, langer Zeit“ zur Verfügung gestellt worden sei, damit etwaige Schritte hätten eingeleitet werden können. Die Annahme einzelner Anzeigenerstatter, dass das Gutachten vor den Strafverfolgungsbehörden zurückgehalten worden sei, stimme also nicht.

Erzbischof Woelki hatte Ende 2018 die Münchener Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl beauftragt, den Umgang von Bistums-Leitenden mit Missbrauchs- und Verdachtsfällen von 1975 bis 2018 zu untersuchen. Woelki stellte damals eine Veröffentlichung des Gutachtens in Aussicht, teilte Ende Oktober vergangenen Jahres jedoch mit, dieses Gutachten nicht zu veröffentlichen. Unter anderem wegen dieser Ankündigung sieht sich der Erzbischof heftiger Kritik ausgesetzt.

Woelki gab ein alternatives Gutachten bei der Kanzlei Gercke und Wollschläger in Auftrag, das am 18. März öffentlich vorgestellt werden soll. Am 25. März wird zudem das Erzbistum das ursprünglich in Auftrag gegebene Gutachten zur Einsichtnahme nach Voranmeldung bereitstellen.

(epd)