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Filialen werden zusammengelegt: Kreissparkasse Köln schließt 45 Filialen

Filialen werden zusammengelegt : Kreissparkasse Köln schließt 45 Filialen

Die Kreissparkasse Köln schließt 45 Filialen, darunter 16 im Rhein-Sieg-Kreis. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Eine Übersicht über die Veränderungen.

Im März schien die Welt noch in Ordnung. Als der Vorstand der Kreissparkasse Köln vor etwa drei Monaten die Zahlen für das vergangen Jahr vorstellte, war von Filialschließungen noch nicht die Rede. Am Donnerstagnachmittag erinnert sich der Vorstandsvorsitzende des Geldinstituts, Alexander Wüerst, ganz genau: Er habe damals gesagt, es gebe derzeit „keine Beschlüsse“ dazu. Seit Donnerstag gibt es einen Beschluss des Verwaltungsrates: Die Kreissparkasse wird 45 Filialen nicht weiterführen. Sie werden mit anderen größeren Filialen zusammengelegt. Damit reduziert sich die Zahl von 158 auf 113.

„Trotz der Zusammenlegungen behalten wir eine unverändert hohe Flächendichte“, erklärt Wüerst bei der Bekanntgabe der Veränderungen. Damit meint er, dass die Kreissparkasse im Gegenzug 31 neue SB-Stellen eröffnet und 13 neue Haltestellen für mobile Filialen einrichtet. Rechnet man alle Standorte zusammen, so wie die Kreissparkasse das tut, sinkt die Zahl damit nur von 232 auf 231.

Gerade die mobilen Filialen, also die Sparkassenbusse, hätten sich fest etabliert, so Wüerst. Die Fahrzeuge, die regelmäßig bestimmte Haltepunkte in den Kommunen anfahren, verbreiteten eine Atmosphäre wie auf dem Wochenmarkt: „Die Leute treffen sich dort“, erzählt der Sparkassen-Chef. Insgesamt sind 70 000 Kunden von dem Filialumbau betroffen. Die Kontonummern blieben allerdings gleich, heißt es. Bis zum Frühjahr 2019 soll der Umbau vollzogen sein.

Die Mitarbeiter stünden hinter den Veränderungen. Der Verwaltungsrat habe einstimmig entschieden. 80 Mitarbeiter werden in Nachbarfilialen wechseln, damit erhöht sich die durchschnittliche Mitarbeiterzahl an den einzelnen Standorten: Waren es in den von der Schließung betroffenen Kleinstfilialen bisher 1,3, sind es künftig im Schnitt mehr als drei pro Filiale.

Gründe für Schließungen sind nicht neu

Das sei auch für die Mitarbeiter angenehmer, so Wüerst und außerdem müsse sich keiner Sorgen machen. Denn Personalabbau werde es in diesem Zusammenhang nicht geben. „Der rückläufige Bedarf an Mitarbeitern regelt sich derzeit durch Fluktuation“, sagt der Sparkassen-Chef.

Die Gründe, die der Vorstand für die Schließungen anführt, sind nicht neu. Die Nutzung der Filialen ist rückläufig, Onlinebanking nimmt einen immer größeren Raum ein. Dennoch betont der Sparkassen-Chef, dass die Kunden immer noch beides wollen: neben digitalen Angeboten eben auch Service vor Ort. Welche Filialen ab 2019 nicht mehr weitergeführt werden sollen, ermittelte das Kreditinstitut deshalb mit einem Kriterienkatalog. Unter anderem wurde festgestellt, wie viele qualifizierte Beratungsgespräche in einer Filiale geführt werden – weniger als zehn pro Woche sei zu wenig.

Die Immobilien, in denen sich die betroffenen Filialen derzeit noch befinden, sind teilweise angemietet, teilweise Eigentum. Nach deren Verkauf spare das Kreditinstitut allein an Sachkosten rund vier Millionen Euro pro Jahr, heißt es.

Auf der Ausgabenseite kämen allerdings wieder Kosten hinzu, weil in den anderen Filialen zusätzliche Arbeitsplätze für die Mitarbeiter eingerichtet werden müssten.

Zuletzt musste die Kreissparkasse im Jahr 2012 verstärkt Filialen schließen. Damals waren es ebenfalls mehr als 40. „Damals dachte ich nicht, dass wir das gleiche Thema nach sechs Jahren wieder auf dem Tisch haben“, sagt Wüerst am Donnerstagnachmittag. Heute schließt er aber auch nicht aus, dass in den nächsten Jahren noch weitere folgen werden.

Info: Bei der Zusammenlegung werden die insgesamt 45 Filialen geschlossen, an den alten Standorten finden sich zukünftig zum Teil sogenannte SB-Terminals (Selbstbedienungsterminals), an denen Geld abgehoben, Kontoauszüge gedruckt und Überweisungen ausgeführt werden können. Zusätzlich oder stattdessen kommt zu festen Zeiten eine "mobile Filiale" vorbei, in der Mitarbeiter der Kreissparkasse Kunden persönlich beraten und Bankgeschäfte erledigt werden können.

Eine Übersicht über die Veränderungen im Rhein-Sieg-Kreis:

Das ändert sich bei den KSK-Filialen im Rhein-Sieg-Kreis