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Lange Wartezeiten am Flughafen Köln/Bonn: Bundespolizei will mehr Sicherheitskräfte

Chaos bei den Personenkontrollen : Bundespolizei sucht weiteren Sicherheitsdienst für Flughafen Köln/Bonn

Lange Schlangen an den Passagierkontrollen: Das ist das Bild, das Reisende derzeit am Flughafen Köln/Bonn oft vorfinden. Die Bundespolizei will jetzt Abhilfe schaffen und sucht einen zweiten Sicherheitsdienstleister, der bis Oktober die bisherigen Kontrolleure unterstützt.

Nach den chaotischen Zuständen am Köln/Bonner Flughafen am vergangenen Wochenende hat die Bundespolizei eine Ausschreibung für einen zweiten Sicherheitsdienstleister gestartet. Bis Sonntag können sich Unternehmen bewerben, um bei den Passagierkontrollen zur Entspannung der Lage beizutragen, teilte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin dem General-Anzeiger mit. Anschließend könne der Auftrag vergeben werden. Dieser sei bis Oktober befristet.

Die Bundespolizei setzt darauf, dass sich Firmen bewerben, die bereits in der Branche tätig sind und nicht erst nach der Auftragsvergabe mit der Qualifizierung beginnen, so dass die Mitarbeiter umgehend eingesetzt werden können. Für die Durchführung von solchen Luftsicherheitskontrollen ist laut Bundespolizei eine zwölfwöchige Qualifizierung mit anschließender Prüfung erforderlich. Ziel sei es, „zeitnah weiteres Personal zu gewinnen“.

Als weitere Maßnahme zur Verbesserung der aktuellen Situation am Flughafen will die Bundespolizei mit eigenen Kräften unterstützend tätig werden. Sie sollen als „Einweiser“ an den Kontrollstellen und als „Wannenrückführer“ tätig werden. Letztere sind dafür zuständig, dass die Transportwannen, in die die Passagiere ihre Gegenstände legen, bevor sie kontrolliert werden, wieder an den Ausgangsort zurückkommen.

Die Bundespolizei spricht davon, dass diese Maßnahme, also der Einsatz ihrer Kräfte „situationsbedingt als ultima ratio“ erfolge. Offenbar gibt es kein Kriterium, wie lange die Schlangen sein müssen oder wie lange die Reisenden warten müssen, bevor die Bundespolizisten unterstützend eingreifen. Es gehe um die „Abwehr einer Gefahr für die Luftsicherheit“, teilte die Bundespolizei in dem Zusammenhang lediglich mit. Grundsätzlich sei aber nicht „die Masse der Passagiere das Problem, sondern die Ballung auf Stoßzeiten“.

Nichts zu tun haben die zusätzlichen Maßnahmen an den Kontrollstellen mit der beabsichtigten Anwerbung von türkischen Arbeitskräften für die Flughäfen. Diese seien vorgesehen für „Abfertigungstätigkeiten“ und nicht für die Durchführung der Luftsicherheitskontrollen, erklärte die Sprecherin.

Sie fügte hinzu, dass die Bundespolizei alle tatsächlichen und rechtlichen Möglichkeiten nutzen wolle, „um zu einer Entspannung der gegenwärtigen Situation beizutragen“. Dabei sei aber klar, dass man an den Kontrollen nichts ändern werde. Es werde keine „geringere Kontrollintensität“ geben. Denn „oberste Priorität hat die Gewährleistung der Sicherheit im Luftverkehr“.

Der Flughafen Köln/Bonn begrüßt nach Angaben seines Sprechers Alexander Weise den Schritt ausdrücklich, ein weiteres Unternehmen mit Personenkontrollen zu beauftragen: „Das geht in die richtige Richtung. Bis ein zusätzlicher Sicherheits-Dienstleister gefunden ist, muss aber dafür gesorgt werden, dass die Situation sich deutlich verbessert.“

Am vergangenen Wochenende hatten Fluggäste nach eigenen Angaben mehr als sechs Stunden vor den Kontrollstellen gewartet. Viele hatten deshalb ihre Flüge verpasst.