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Geschichte in Rheinbach: „Mahnendes Gedenken an die Aussöhnung“

Geschichte in Rheinbach : „Mahnendes Gedenken an die Aussöhnung“

Erich Scharrenbroich erhält das Bundesverdienstkreuz für Engagement, das Erinnern an Kriegsgräuel wachzuhalten.

Der Ort der Übergabe hätte nicht treffender mit Bedacht ausgesucht sein können: Im Rheinbacher Glasmuseum, so etwas wie die Gute Stube der Glasstadt, in der filigrane Schätze ausgestellt sind, erhielt Erich Scharrenbroich das Bundesverdienstkreuz. Diesem Ort ist der Rheinbacher seit Jahren verbunden: So setzt er sich in vielfältiger Weise für die Belange des Museums und des Fördervereins Freunde edlen Glases ein.

Besonders hob Landrat Sebastian Schuster in seiner Laudatio allerdings den vorbildlichen Einsatz von Scharrenbroich für die deutsch-französische Verständigung, für Frieden zwischen den Völkern und die Kriegsgräberfürsorge hervor. „Seit über 20 Jahren ist er das mahnende Gedenken an die Schrecken der Weltkriege und die Aussöhnung mit unseren europäischen Nachbarn eine Herzensangelegenheit“, sagte Schuster. Seit 2005 ist er Mitglied im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und organisiert Informationsfahrten für Interessierte zu den Kriegsgräber- und Gedenkstätten der Weltkriege – unter anderem, wie zuletzt vor wenigen Tagen, nach Verdun.

Selber betroffen durch Kriegstote in der eigenen Familie ließ Erich Scharrenbroich eine Bronzeskulptur erstellen. Außerdem wurde die Stadt Rheinbach unter Beteiligung französischer Behörden deutscher Partner des Projekts „Abschied – Les Adieux“. Im Mai 2013 wurde die Bronzeskulptur dann am deutschen Soldatenfriedhof im Fort Douaumont enthüllt. Dieses Ereignis würdigten Ehrenabordnungen der französischen Armee, französische Veteranen sowie hochrangige Vertreter Frankreichs und Deutschlands während der Feierlichkeiten zur deutsch-französischen Freundschaft und des 50-jährigen Bestehens des Elyséevertrags. Dank der finanziellen Unterstützung Scharrenbroichs konnten auch 89 Schüler an dem Festakt teilnehmen.

Außerdem engagiert sich der neue Ordensträger für die Integration von jugendlichen Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Beim 2003 gegründeten Georgsring ist er Mitglied und fördert dort aktiv das Projekt „Neue Pfade“. Dieses hat zum Ziel, vor allem jugendliche Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. „Über 1200 Arbeitslose konnten so an verschiedenen Maßnahmen teilnehmen“, berichtete Schuster. Nahezu ein Drittel davon konnte in den Arbeitsmarkt vermittelt werden oder eine Aus- und Fortbildungsmaßnahme erfolgreich durchführen. „Gerade die Ausbildung junger Menschen zählt zu den großen Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft“, sagte der Landrat.