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Gespräch am Wochenende: Milchziegenbetrieb in Peppenhoven feiert Hoffest

Gespräch am Wochenende : Milchziegenbetrieb in Peppenhoven feiert Hoffest

Stephan Minten präsentiert am Sonntag beim Hoffest seinen Milchziegen-Betrieb in Rheinbach-Peppenhoven. Im Interview spricht er über seine Arbeit.

60 Milchziegen und rund 100 Lämmer pro Jahr betreut Stephan Minten auf seiner Anlage in Rheinbach-Peppenhoven. Am Sonntag öffnet er seine Tor für Besucher zum Hoffest. Mit dem Landwirt sprach im Vorfeld der Veranstaltung GA-Mitarbeiterin Gerda Saxler-Schmidt.

Sie haben zunächst Installateur gelernt und auch einige Jahre in dem Beruf gearbeitet. Wie kam es dann zum Milchziegenhof?

Stephan Minten: Mein Vater hatte früher Kühe und betrieb Ackerbau. Dann haben meine Eltern den Betrieb aufgegeben, es war mehr als 20 Jahre lang nichts mehr. Dann habe ich wieder begonnen, weil ich schon immer Landwirt werden wollte.

Wie fiel dann Ihre Wahl auf Milchziegen?

Minten: Einen Ziegenhof und Ziegenhaltung habe ich in einem Versuchsbetrieb im Rahmen meiner landwirtschaftlichen Ausbildung kennengelernt. Ich habe mich dann dort noch einige Monate spezialisieren können.

Wie viele Milchziegen haben Sie auf Ihrem Hof?

Minten: Wir haben 60 Milchziegen und jedes Jahr rund 100 Lämmer. Die Milchziegen werden im natürlichen Herdenverband im großen Laufstall gehalten. Die Lämmer bleiben die ersten fünf bis sechs Wochen auch hier und kommen dann in einen Offenstall im Außenbereich.

Sie züchten die Ziegen auch?

Minten: Ja, wir haben auch einige Böcke. Die Deckzeit ist von Ende August bis Ende Oktober. Die Tragezeit ist dann rund 150 Tage. Abgelammt wird Ende Januar, Anfang Februar. Lämmer verkaufen wir auch zur Zucht. Unsere älteste Ziege ist bereits zwölf Jahre alt.

Ich sehe zwei Ställe, einen mit weißen und einen mit braunen Ziegen.

Minten: Ja, wir haben zwei Rassen, die wir auch getrennt züchten: die weiße deutsche Edelziege und die bunte deutsche Edelziege. Dazwischen gibt es auch ein paar Schokobraune, da hatte das mit der Trennung während der Deckzeit nicht ganz geklappt. Auf dem Hof, auf dem ich gelernt habe, gab es auch die beiden Rassen. So haben wir auch angefangen. Weil wir uns nicht für eine Rasse entscheiden konnten, ist es bei beiden geblieben.

Welches Futter bekommen die Ziegen und wie viel Milch geben sie?

Minten: Neben Getreide und Mineralfutter gibt es im Sommer hauptsächlich frisches Gras, im Winter gutes Heu. Wichtig für gute Milch ist, dass die Tiere super versorgt sind und hochwertiges Futter bekommen. Für das Gras haben wir eigene Wiesenflächen. Das Heu kaufen wir zum Teil zu. Mit gutem Futter gibt eine Ziege durchschnittlich drei Liter Milch am Tag. In den zehn Monaten im Jahr, in denen sie gemolken werden, kommt eine Ziege auf insgesamt 800 bis 1000 Kilo Milch. Zwei Monate im Jahr haben die Ziegen Pause und werden nicht gemolken.

Hat denn Ziegenmilch Vorzüge gegenüber Kuhmilch?

Minten: Ziegenmilch ist ganz hochwertig, sie hat mehr Vitamin A und mehr Vitamin B und ist verdaulicher als Kuhmilch. Auch der Milchzucker in Ziegenmilch ist anders aufgebaut. Viele Kunden, die keine Kuhmilch vertragen, vertragen aber Ziegenmilch gut.

Sie verarbeiten die Milch selbst auf dem Hof?

Minten: Ja, die Milch, die wir melken, verarbeiten wir auch komplett hier. Natürlich wird alles vom Veterinäramt kontrolliert. Ich habe eine Reihe von Lehrgängen besucht und bei einem Käsemeister und Molkereifachmann in der Praxis gelernt. Von ihm habe ich auch die Grundrezepte, die wir selbst weiterentwickelt haben. Wir stellen zum Beispiel verschiedene Sorten Ziegenfrischkäse, Ziegenschnittkäse und Ziegenweichkäse Feta-Art her. Eine Spezialität, die es nur bei uns gibt, ist der „Peppenhovener Ziegenroter“, Schnittkäse, der drei Tage in Rotwein eingelegt ist.

Wie vermarkten Sie die Produkte?

Minten: Wir haben unseren eigenen Hofladen und beliefern verschiedene Hofläden anderer Direktvermarkter und Restaurants. Auch bei einer Reihe von regionalen und überregionalen Aktionsmärkten sind wir vertreten, wie dem Frühlingsmarkt im Himmeroder Hof, beim Schlossfest Miel, dem Wollmarkt im LVR-Industriemuseum in Euskirchen, beim Tag der Offenen Höfe in Gelsdorf oder beim Töpfermarkt in Langerwehe. Seit letztem Jahr sind wir EU-zertifiziert und können damit überall verkaufen.

Sie bieten auch Ziegenfleischprodukte an?

Minten: Ja. Geschlachtet werden die Ziegen im Alter von fünf bis sechs Monaten für Lammfleisch. Schlachtung und Verarbeitung übernimmt ein Metzger für uns. Ziegenfleisch ist ganz mager und zart, daher gart man es am besten bei niedriger Temperatur, sonst wird es trocken. Außerdem gibt es noch Ziegensalami und Ziegengrillwurst.

Wie ist die Idee zum Hoffest entstanden?

Minten: Vor zwei Jahren haben wir zur Feier unseres zehnjährigen Bestehens das erste Hoffest gemacht. Das war damals super angekommen, wir hatten viele Besucher. Es gibt seitdem alle zwei Jahre ein Hoffest, um uns auch weiter bekannt zu machen. Man kann aber zu den Öffnungszeiten auch immer in den Stall und die Ziegen streicheln.