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Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach: Lange Haftstrafe gefordert

Missbrauchskomplex : Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafe im Fall Bergisch Gladbach

Eine lange Haftstrafe und die anschließende Unterbringung in der Sicherungsverwahrung hat die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen den Hauptverdächtigen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach gefordert.

Im Prozess gegen einen zentralen Verdächtigen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von dreizehneinhalb Jahren für den Angeklagten gefordert. Zudem beantragte sie am Mittwoch die anschließende Unterbringung des Familienvaters in der Sicherungsverwahrung, wie ein Sprecher des Landgerichts Köln mitteilte. Die Nebenklage, die die Tochter des 43-Jährigen vertritt, habe sich den Anträgen angeschlossen. Der Verteidiger des Angeklagten stellte den Angaben zufolge keinen konkreten Antrag zum Strafmaß. Er sprach sich aber gegen eine Sicherungsverwahrung aus. Die Plädoyers wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten.

Dem gelernten Koch und Hotelfachmann war in dem Prozess vorgeworfen worden, immer wieder seine 2017 geborene Tochter sexuell missbraucht zu haben. Den Großteil der Taten habe er dabei mit seinem Smartphone dokumentiert und Aufnahmen an gleichgesinnte Chat-Partner weitergeleitet. Zu den Vorwürfen hatte er sich im Prozess geäußert, allerdings ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Urteil soll in der kommenden Woche fallen.

Der Deutsche gilt als eine der wichtigsten Figuren im sogenannten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, weil Ermittler bei ihm auf zahlreiche digitale Kontakte stießen, die sie zu vielen weiteren Verdächtigen führten. Mittlerweile erstrecken sich die Ermittlungen auf ganz Deutschland.

(dpa)