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Ungeahndete Corona-Verstöße?: Noch mehr Beschwerden über mangelnde Kontrollen im Phantasialand

Ungeahndete Corona-Verstöße? : Noch mehr Beschwerden über mangelnde Kontrollen im Phantasialand

Phantasialand-Mitarbeiter sollen Besucher nicht auf die Maskenpflicht und den Sicherheitsabstand hingewiesen haben. Das Ordnungsamt Brühl hingegen ist zufrieden mit der Umsetzung des Hygienekonzepts.

Ein GA-Leser erhebt Vorwürfe gegen das Phantasialand: Mitarbeiter sollen die Gäste bei seinem Besuch in der vergangenen Woche nicht ermahnt haben, wenn sie keinen Mund-Nasen-Schutz trugen oder den Mindestabstand nicht einhielten. Auf Attraktionen sollen Sitzreihen nicht gesperrt worden sein, um den Mindestabstand zu garantieren. Auch sollen zwei Mitarbeiter des Ordnungsamts Verstöße gegen die Corona-Auflagen ignoriert haben. Der Park und die Stadt Brühl widersprechen.

„Im Nachhinein können wir leider nicht mehr nachvollziehen, wo und wie der Gast diese Situation wahrgenommen hat. Daher ist es kaum möglich, diese Beobachtung im Detail einzuordnen“, sagt Christina Herrmann, Leiterin Kommunikation des Parks, auf Anfrage. Sie warnte davor, die Beobachtungen zu pauschalisieren, denn nicht auf dem gesamten Gelände müsse ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, zum Beispiel auf Wegen und freien Flächen. „Durch diese je nach Bereich unterschiedlichen Regelungen werden hin und wieder mutmaßliche Verstöße wahrgenommen, die tatsächlich aber keine sind.“

Zu Beginn der Ferien hatte es ähnliche Beschwerden gegeben. Herrmann versichert nun erneut, dass Mitarbeiter des Parks die Auflagen ständig kontrollierten und bei Verstößen Konsequenzen zögen. Auf den Attraktionen ließen sie Plätze zwischen fremden Besuchergruppen frei. Generell sei es dort aber die essentielle Schutzmaßnahme, eine Maske zu tragen. Für Außenstehende sei vielleicht nicht immer nachvollziehbar, welche Gäste zusammengehören, sagt Herrmann.

Zahlreiche Beschwerden ans Ordnugnsamt

Die Sprecherin bedauerte, dass der GA-Leser die Ordnungsamtsmitarbeiter mit seinen Bedenken nicht direkt konfrontiert hatte, konnte zum konkreten Vorwurf aber nicht mehr sagen. Das konnte aber die Stadt Brühl: Am Tag, den der Beschwerdeführer beschreibt, hätten Mitarbeiter des Rhein-Erft-Kreises eine unangekündigte Begehung durchgeführt, berichtet Stadtpressesprecherin Tatjana Rassmann auf Anfrage.

Grund dafür waren „zahlreiche Beschwerden an den Rhein-Erft-Kreis und auch an die Stadt Brühl“. Die Mitarbeiter kontrollierten, wie das Phantasialand die Maßnahmen des Hygienekonzept umsetzt. „Weggeschaut wurde also nicht, ganz im Gegenteil“, betont Rassmann.

Das Phantasialand sei Privatgelände und der Park damit selbst für die Umsetzung des Konzepts und dessen Kontrolle verantwortlich. „Der Brühler Ordnungsdienst und die Polizei unterstützen die Mitarbeitenden des Phantasialandes beispielsweise bei besonders resistenten Besuchenden oder bei ‚Gefahr im Verzug‘“, erklärt die Sprecherin weiter. „Das Phantasialand ist auch zur Durchsetzung des Hausrechtes, von dem im Übrigen häufig bei Verstößen gegen die Maßnahmen Gebrauch gemacht wurde, zuständig.“ Der Park selbst hatte in der Vergangenheit keine Angaben dazu gemacht, wie oft Verstöße geahndet worden waren.

Ordnungsamt kontrolliert Park regelmäßig

Unabhängig davon überprüfe das Brühler Ordnungsamt den Freizeitpark in unregelmäßigen Abständen. Jeweils viermal sei er von Ordnungsdienstmitarbeiter beziehungsweise von weiteren Mitarbeitern des Ordnungsamts „allumfassend“ kontrolliert worden. „Das Hauptaugenmerk liegt auf der Kontrolle des Parks samt Mitarbeitenden, die für die Kontrolle der Besuchenden zuständig sind“, erklärt Rassmann den Fokus. Ordnungsbehördlichen Verfahren gegen den Freizeitpark laufen der Sprecherin zufolge nicht. „Bei den Kontrollen wird immer wieder festgestellt, dass das vom Phantasialand eingereichte Konzept auch vor Ort umgesetzt wird.“

Eine weitere Beschwerde, die Besucher während der Ferien im Internet vielfach geäußert hatten, war, dass der Park seine Besucherzahl entgegen seiner Ankündigung nicht reduziert haben soll. Das kann Rassmann entkräften. „Die Besucherzahl wurde reduziert“, versichert sie.