1. Region
  2. Köln & Rheinland

Rheinische Redensarten: Peng, säht de Schäng!

Rheinische Redensarten : Peng, säht de Schäng!

Der GA stellt schöne und bedeutungstiefe rheinische Redewendungen vor. Heute: Peng, säht de Schäng!

Das Leben wiegt manchmal so schwer, dass man auch mal ein bisschen Leichtigkeit vertragen kann. Deshalb weichen wir mal davon ab, einen rheinische Redensart vorzustellen, die allzuviele Bedeutungsebenen hat. Was uns hier vorliegt, ist kurz und knapp gemeint und verfügt nicht über eine sinnfällig Metaebene. Es geht um den Satz: „Peng, säht de Schäng!“

Es ist eigentlich nicht nötig, ihn umständlich ins Hochdeutsche zu übersetzen, ist an ihm doch praktisch nur die Situationskomik von rheinischer Natur. Die Redewendung bedeutet also: Peng, sagt der Johann.

Witze soll man nicht erklären

Es ist allgemein bekannt, dass man Witze nicht erklären darf, weil sie, wenn man sie zu erklären versucht, ganz klar Schaden nehmen. Deshalb wollen wir hier nur skizzieren: Der Name Schäng ist hier ganz willkürlich gewählt, weil er sich auf Peng reimt.

Die Namenswahl hat also keine tiefere Bedeutung (sic!). Peng wiederum ist auch in der Hochsprache die lautmalerische Darstellung eines Knallgeräusches. Man denke an die vielen kleinen Cowboys, die zu Karneval mit ihren Platzpatronen-Pistolen herumlaufen und „Peng, Peng, Peng“ rufen. In unserer Familie kam „Peng, säht de Schäng“ immer dann zum Einsatz, wenn wieder mal jemand die Haustür unfachmännisch zugeknallt hat. Oder wenn ein Windzug durchs Haus ging und ein Fenster zufiel.

Wenn Wut im Spiel ist

Aber auch, wenn mal ganz heftige Wut im Spiel war und das Pubertier die Zimmertür schlug, so dass sie drohte aus den Angeln zu fliegen. In solch einem Moment liegen für gewöhnlich die Nerven auf mehreren Seiten blank, und ein Satz wie dieser kann ziemlich Druck aus der Situation nehmen, weil alle plötzlich schmunzeln müssen. Und so sind wir doch wieder bei der rheinischen Wesensart gelandet. Denn so richtig ernst kann man mit einem Rheinländer nicht streiten. Er findet immer einen Weg, einer verfahrenen Auseinandersetzung ein bisschen Leichtigkeit zu verleihen. Und das ist gut so.

Schäng ist übrigens die Mundartvariante des französischen Namens Jean. Und der wiederum bedeutet Johann, in Langversion Johannes oder abgekürzt Hans.

Hören Sie auch unseren Podcast „So geht Rheinisch“, abrufbar auf allen Medienplattformen und unter www.ga-bonn.de/podcast. Haben Sie auch eine rheinische Lieblingsredensart? Dann schreiben Sie uns unter rheinisch@ga.de