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Phantasialand in Brühl: Landtag macht Weg für Park-Vergrößerung frei

Beschluss im NRW-Landtag : Phantasialand könnte bald deutlich vergrößert werden

Wird das Phantasialand in Brühl bald vergrößert? Der NRW-Landtag hat zumindest dafür den Weg frei gemacht. Laut Beschluss könnte der Freizeitpark um 14,2 Hektar wachsen. Was jetzt noch fehlt, ist die Zustimmung der Stadt Brühl.

Die Fans des Phantasialandes könnten es wohl kaum abwarten, wenn das wahr wird, was am Mittwoch im Landtag von Nordrhein-Westfalen per Mehrheitsbeschluss auf den Weg gebracht wurde: Demnach soll eine landeseigene Fläche in der Größe von rund 14,2 Hektar an die Phantasialand Schmidt-Löffelhardt GmbH veräußert werden. Damit könnte das aktuell 28 Hektar große Gelände des beliebten Brühler Freizeitparks um etwa 50 Prozent erweitert werden.

Bei der neuen Fläche handelt es sich um das Gebiet vor dem Haupteingang des Phantasialandes an der Berggeiststraße - sprich: dem dreieckigen Waldstück mit dem so genannten Ententeich, das umrahmt wird von A553 und L194. Im Gegenzug soll das Land von der Phantasialand Schmidt-Löffelhardt GmbH rund 38,8 Hektar Waldgebiet erhalten, das auf dem Erftstädter Stadtgebiet liegt.

„Die Betreiberfirma des Phantasialandes will seit rund 20 Jahren den Freizeitpark erweitern, um mit Konkurrenten zum Beispiel in den Niederlanden zukünftig mithalten zu können“, sagte FDP-Landtagsmitglied Jörn Freynick, der für das Tauschgeschäft gestimmt hat. Durch diesen Geländetausch ermögliche das Land nun den Phantasialand-Betreibern die Chance, ihre Pläne zu verwirklichen, so der Bornheimer Freynick weiter. Die Betreiber-GmbH des Brühler Freizeitsparks wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion zunächst nicht zu dem Sachverhalt äußern.

Die Erweiterung soll hauptsächlich dazu dienen, den Park zu einem ganzjährig geöffneten Kurzurlaubsziel zu entwickeln. So hieß es vor einigen Jahren. Neben einem Aquapark-Hotelresort, einer Theater- und Konzerthalle, einem Edutainment-Center, Parkplätzen, Grünflächen, eine Mitarbeiter-Kita sollten auch Lagerhallen entstehen.

Phantasialand-Erweiterung: Kaum Chancen auf Zustimmung des Brühler Stadtrats

Dies ist nur jedoch nur der erste Schritt, um eine mögliche Erweiterung des Freizeitparks zu verwirklichen. Denn nun müsste sich der Brühler Stadtrat der Sache annehmen und mehrheitlich einen entsprechenden Bebauungsplan im Rat verabschieden, damit die geplante Fläche bebaut werden kann. Diese Chance ist in den kommenden Jahren der laufenden Legislaturperiode bis 2025 jedoch äußerst gering. „Wir haben seit Februar 2021 eine neue Koalition von SPD und Grünen im Stadtrat“, so Dieter Freytag, Bürgermeister der Stadt Brühl. „Die beiden Fraktionen haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass die mögliche Ausbaufläche für das Phantasialand rund um den Ententeich in der laufenden Legislaturperiode nicht für eine Bebauung zur Verfügung gestellt wird.“

Der Brühler Bürgermeister macht gegenüber unserer Redaktion keinen Hehl daraus, dass er nicht glücklich über die gesamte Entwicklung ist. „Der Ball in dieser Sache liegt seit 2015 beim Land. Dass jetzt erst die positive Entscheidung zur Veräußerung der gewünschten Fläche kommt, wo aller Voraussicht im Stadtrat keine Mehrheit für den Ausbau vorhanden ist, ist sehr ärgerlich“, so Freytag. Denn bereits 2012 hatte der Regionalrat des Regierungsbezirks Köln einer Erweiterung des Phantasialandes um 19 Hektar zugestimmt, weil er „die dortigen Eingriffe in die Natur insgesamt als grundsätzlich ausgleichbar" bewertete. Was aber die ganzen Jahre über, bis zum Mittwoch, fehlte, war der Beschluss des Landes als Grundstückseigentümer. Nun liegt die Sache voraussichtlich mindestens bis zur nächsten Kommunalwahl 2025 weiter auf Eis.

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