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Asylsuchende in Swisttal: Platz für 40 neue Flüchtlinge

Asylsuchende in Swisttal : Platz für 40 neue Flüchtlinge

Die Gemeinde Swisttal informiert über die Containeranlage in Straßfeld. Ortsvorsteher Heinz-Günter Kruse will einen Helferkreis gründen.

Vorbereitet sein will die Gemeinde Swisttal für den Fall, dass die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge wieder steigen sollte. Zwar sind aktuell noch 143 Wohnraumplätze für Flüchtlinge frei. Auch hat es seit Jahresanfang über Familiennachzug hinaus keine weiteren Zuweisungen gegeben, weil die Gemeinde bereits 94,97 Prozent ihrer Aufnahmequote erfüllt hat. Aber die zukünftige Entwicklung ist schwierig zu prognostizieren.

Deshalb sind, wie im vergangenen Jahr geplant, jetzt die Wohncontainer am Dorfhaus Straßfeld fertiggestellt worden, in denen bis zu 40 Personen untergebracht werden können. Rund 25 Interessierte waren jetzt der Einladung der Gemeinde zur Besichtigung der Anlagen an der Straßfelder Antoniusstraße gefolgt.

Knapp 150 000 Euro haben die teils neuen, teils aufgearbeiteten Container gekostet, so Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, hinzu kommen rund 32 000 Euro für die Anschlusskosten. Sollten die Container einmal nicht mehr gebraucht werden, sei die Firma bereit, sie zurückzukaufen. Die zehn Schlafräume für je vier Personen sind möbliert mit je vier Stockbetten, vier Spinden, einem Tisch und vier Stühlen.

In den Sanitärräumen für Frauen und Männer gibt es Waschmaschinen. Die große Küche, die auch als Aufenthalts- und Gemeinschaftsraum dient, ist ausgestattet mit drei Herden, zwei Spülen, Kühlschränken, Kondenstrocknern, großem Tisch und Sitzgelegenheiten. Im Flur ist eine Notrufstation fest installiert, über die per Knopfdruck Feuerwehr und Polizei erreichbar sind. Eine Beschriftung in verschiedenen Sprachen soll noch angebracht werden, so Flüchtlingskoordinator Peter Nitschke. Rauchverbot besteht in der gesamten Wohnanlage, die mit Heizung, Außenrollläden und Blitzschutz ausgestattet ist.

Zuweisungen sollen künftig früher angekündigt werden

Auf die Zuweisungen habe die Gemeinde keinen Einfluss, das werde in der Erstaufnahmeeinrichtung entschieden, erklärten Nitschke und Fachbereichsleiter Armin Wallraff. Bei der Unterbringung schaue das Team allerdings, dass die Personen nach Herkunftsländern untergebracht werden, schon wegen der Sprache. „Wenn es einmal nicht harmoniert, ziehen Flüchtlinge auch mal um“, so Nitschke.

Gute Nachrichten hatte die Gemeinde gerade erst vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erhalten: Zuweisungen sollen drei Wochen im Voraus angekündigt werden. Man sei dort „guten Mutes“, dass alle Asylbewerber bis Ende September ihre Anhörung bekommen hätten.

Bedenken von Bürgern, die Flüchtlinge könnten im kleinen Straßfeld abgeschnitten sein und keine Beschäftigung haben, hielten sie ebenso wie die Bürgermeisterin entgegen, dass die Flüchtlinge mit Fahrrädern ausgestattet werden und dadurch ebenso wie durch den Landhüpfer sehr mobil seien. Bezüglich der Beschäftigung sei die Verwaltung intensiv dabei, den Asylbewerbern Ein-Euro-Jobs zur Verfügung zu stellen.

Ortsvorsteher Heinz-Günter Kruse will nach dem Beispiel anderer Orte auch für Straßfeld einen Helferkreis ins Leben rufen. Das Dorf könne durch viele Angebote wie Musik, Chor, Sport für Beschäftigung sorgen, so Wallraff. Ein Bürger brachte es so auf den Punkt: „Wir dürfen nie vergessen, dass die Menschen sich nur integrieren können, wenn wir es zulassen.“

Aktuell leben in Swisttal 334 Flüchtlinge, davon 188 in angemieteten Objekten und 146 in Übergangswohnheimen. Sie kommen aus 30 Nationen, mit 188 die meisten aus Syrien, gefolgt von Irak und Afghanistan. Wer Fahrräder oder Sachspenden wie Möbel oder Ausstattung zur Verfügung stellen möchte, kann sich an Peter Nitschke, 0 22 55/30 95 13, wenden.