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Tomburg-Ritter Rheinbach: Rittergelage am Fuße der Tomburg

Tomburg-Ritter Rheinbach : Rittergelage am Fuße der Tomburg

Am Wochenende feierten die Tomburg-Ritter zum 15. Mal ihren Ritterschlag mit viel Programm und Schauspiel. In diesem Jahr wurde Kai von Drakenrode in den Ritterstand erhoben.

Reges Treiben herrschte am vergangenen Wochenende am Fuße der Tomburg. Bereits von Weitem konnte man die rund 80 Zelte erkennen, in denen sich nicht nur die heimischen Tomburg-Ritter, sondern auch viele weitere mittelalterliche Gruppen und Vereinigungen niedergelassen hatten. Gespannt warteten alle auf den Höhepunkt des ersten Tages, den Ritterschlag für Kai von Drakenrode (Hoffmann).

Dieser hatte eine intensive Vorbereitung gemeinsam mit seinem Ritter Michael Mandetzhain durchlaufen und musste unter anderem eine komplette Nacht auf der Tomburg bei Wasser aushalten. Darüber hinaus galt es, zahlreiche Bräuche zu studieren und sich im Minnegesang zu üben. Die Geschichte der Tomburg musste ebenfalls gelernt werden und Kenntnisse in Latein sind für diese Spiele recht förderlich.

Der Herold der Tomburg-Ritter, Daniel von Eben, erläuterte den rund 400 Zuschauern die überaus spannende Zeremonie. Unter einem Baldachin hatte seine kaiserliche Hoheit, Friedrich I. Barbarossa aus dem Geschlecht der Staufer Platz genommen, begleitet vom Vorsitzenden der Tomburg-Ritter, Jörg Schnebele, und seiner Gattin Claudia vom Schneewald. Gemeinsam erwartete man den Abstieg des zukünftigen Ritters, der flankiert von Bewaffneten in einem weißen Büßergewand zum Volk und den Majestäten schritt. Dort galt es für ihn, den Eid abzulegen, doch zuvor musste er sich erst einmal niederknien.

Den umfangreichen Eidspruch sprach Noch-Knappe Kai in lateinischer Sprache. Dem Volk von Wormersdorf wurde er des besseren Verständnisses halber ins Deutsche übersetzt. So schwor Kai von Drakenrode unter anderem, die Schwachen zu verteidigen, nie vor dem Feind zu fliehen, bis zum Tod gegen Ungläubige zu kämpfen und seine Pflichten gegenüber seinem Lehnsherren zu erfüllen. Jörg vom Schneewald gab ihm dann eine Backpfeife als letzten Schlag um ihn schließlich mit dem Schwert zum Ritter Kai von Drakenrode zu schlagen.

Danach wurde der neue Ritter festlich neu gewandet. Eine Aufgabe, die seine Gattin Alexandra von Drakenrode und seine Mutter Solveig von Sceftilaci, ein altes bayerischen Ritterhaus, welches schon vor 1300 Jahren Erwähnung fand, gerne übernahmen. So wurde das Büßergewand gegen den Waffenrock der Tomburg-Ritter mit Wappen getauscht. Dazu erhielt der neue Ritter die Kopfbedeckung, Sporen, ein Schwert und den Schild. Heftiger Applaus brandete an dieser Stelle auf.

Gemeinsam zog die Rittergesellschaft ins Lager und führte das mittelalterliche Brauchtum weiter. Kai von Drakenrode war noch im Lager von der Zeremonie ganz begeistert und freute sich auf seine neue Rolle auch als Seelsorger für die Ritter. Er sehe darin einen schönen Ausflug in die Schauspielerei und schätze die Wochenenden als Entschleunigung, so Ritter Kai. Vor allem, da seine gesamte Familie bei diesem Hobby mitziehe.

Für die Angehörigen und die vielen Besucher, die zu dem Ereignis gekommen waren, wurde neben dem Ritterschlag ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. So gab es Wettkämpfe im Bogenschießen und auch die kleinsten Besucher konnten sich im Kinder-Ritterturnier beweisen, bei dem sie vier Aufgaben zu lösen hatten. Hierzu gehörten das Anreiten mit einem Steckenpferd, Armbrustschießen, ein Kampf auf dem Prügelbalken sowie Kräuterkunde. Als Belohnung gab es dann für die jungen Recken und Maiden eine Urkunde.

Für die musikalische Umrahmung sorgten wie schon in den vergangenen Jahren „Die Irrlichter“. Wieder einmal setzten sie mit alten Liedern und Überlieferungen den richtigen Tonklang für die Ritter. Die Gruppe, die selbst Ritchie Blackmore (Ex-Deep-Purple) schon als Vorgruppe für die Blackmores Night wünschte, begeisterte mit mal zotigen, mal gefühlvollen Liedern das Weibs- und das Mannsvolk gleichermaßen.

Zum Ritterwesen gehören natürlich auch Tiere und auch, wenn man auf die Präsentation von Turmfalken verzichtet hatte, gab es ein Jahr alte Buntfalken zu beobachten, die Sabine und Hennig Houtrouw aus Eitorf mitgebracht hatten. Diese Tiere legen ein ähnliches Jagdverhalten an den Tag wie Falken und waren schnell als Attraktion von den Festbesuchern auserkoren.