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Kneipentour in der Region: So jeck war "Loss mer singe" in Brühl

Kneipentour in der Region : So jeck war "Loss mer singe" in Brühl

Ums „Einsingen“ für die anstehende Hochsaison im Fastelovend ging es beim „Loss mer singe“-Abend im Brühler Wirtshaus am Schloss. GA-Redakteurin Antje Jagodzinski war vor Ort.

Dort machte die beliebte Kölner Kneipentour, die der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) unter dem Motto „Loss mer singe – op Jöck“ auch in die Bonner Region holt, bereits zum zweiten Mal Halt. Etwa 400 kostenlose Karten wurden am 15. Dezember nach Angaben des „Loss-mer-singe-Teams“ in der direkt am Bahnhof gelegenen Gaststätte ausgegeben, und die waren „in Nullkommanix weg“, wie Thomas Hüpper sagte.

Eine Auswahl von 20 Liedern hatte der Verein im Gepäck. Auf Textzetteln erhielten die Jecken im Gasthaus, von denen viele verkleidet gekommen waren, die kölschen Zeilen der Refrains in die Hände gedrückt.

Mit der „Hymne“ der Bläck Fööss „Loss mer singe“, die der Tour ihren Namen gibt, ließ der Kölner Sänger Stefan Knittler die Kneipenschar schon mal ihre Stimme ölen, ehe die neuen Karnevalsstücke Schlag auf Schlag folgten: Von der Ode ans Kölschjlas der Fööss über den Höhner-Song „Wenn et Hätz dich röf“ bis zum Liebeslied der Domstürmer an die Stadt, die „die Minsche noch zu verzaubere“ weiß: „Janz schön Kölle“. Das fünfköpfige Team auf der Bühne um Knittler sang und tanzte mit voller Power mit und machte die Texte mit passenden Gesten und Tanzbewegungen anschaulich.

"Puls der Stadt" hat Ohrwurmpotenzial

Mit einem Rap wartete „Nit us Zucker“ von Cat Ballou auf, das Lied „Steh-Tisch-Fetisch“ der Zwei Hillije testeten die Brühler Jecken auf seine Polonaisetauglichkeit und das „damdamdam“, das Miljö in ihrem Stück „Wolkeplatz“ zum „Puls der Stadt“ mit Ohrwurmpotenzial machen, hatte die Sängerschar schnell raus.

Ausgiebig geschunkelt wurde beim Bläck-Föss-Lied „Schön dat mir noch zosamme sin“. Das zählte auch zu den Favoriten von Iztok Zeljko. Der gebürtige Rumäne im grünen Ringelshirt war mit knapp 15 Freunden bereits zum zweiten Mal beim Einsingen im Wirtshaus dabei. „Es ist erst meine fünfte Session“, erzählte der Brühler, der in Baden-Württemberg aufgewachsen ist. Aber inzwischen kenne er bereits so einige Lieder. Was ihm am Karneval gefalle? „Die Gemeinsamkeit“, sagte er, „dass eine Menge Leute zusammen Spaß haben, die Sorgen und den Alltag vergessen.“

Die Nummer der Fööss landete in der Abstimmung schließlich auf Platz 4. Denn bei jeder Station der Loss-mer-singe-Tour darf jeder im Publikum seine sechs Favoriten wählen, die das Team in Brühl nach mehr als drei Stunden Sing- und Schunkelspaß präsentierte. Platz 3 belegte Kasalla mit „Mer sin Eins“, Miljös „Wokeplatz“ wurde zweiter Sieger.

Querbeat liegen mit neuem Lied klar vorne

Mit Abstand am besten aber kam das flotte „Dä Plan“ von Querbeat an, in dem die Band über eine feierlustige Gruppe von Leuten singt, die von WG-Party zu WG-Party zieht. Zum Schluss ging den Brühlern selbst der Zungenbrecher-Refrain gut über die Lippen: „Ich kenn einer, der einer kennt, dä säht et jeiht noch jet.“ Und eine Zeile der Band, die ihre Wurzeln in der 2001 gegründeten Schüler-Big-Band des Beueler Kardinal-Frings-Gymnasiums hat, ließ sich am Ende besonders gut lauthals mitschallern: „Lang lääve der Ovend!“